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My Hero Academia: All’s Justice: Im Test (PS5)

Mit My Hero Academia: World’s Justice kehrt die von Byking entwickelte und durch Bandai Namco veröffentlichte „Ones Justice“-Reihe als dritter Teil in das beliebte Anime-Universum zurück. Das Spiel bildet den Abschluss der Geschichte. Dieser Teil bietet das bislang größte Singleplayer-Angebot der Serie. Neben einer umfassenden Überarbeitung des Kampfsystems und einer großen Charakterauswahl setzt das Spiel auf strategische 3v3-Kämpfe. Ob das Spiel sein Potenzial ausschöpft, sich als Genre-Highlight behauptet oder an technischen Hürden scheitert, verraten wir in unserer Review.

Der Story-Modus von My Hero Academia: All’s Justice widmet sich der Nacherzählung des „Final War Arc“, ganz wie im Anime. Was die Inszenierung besonders macht, ist die Abkehr von den klassischen „Slideshows“ früherer Anime-Spiele. Anstelle statischer Bilder setzt das Spiel auf einen neuen Animationsstil, der Standbilder lebendig wirken lässt und die alten Erzählmethoden nahezu vollständig ersetzt. Ergänzt wird dies durch beeindruckende Full-CG-Zwischensequenzen, die nahtlos in die Action übergehen. Die Kämpfe selbst bieten dabei oft spezielle Bedingungen, die die Regeln des Versus-Modus brechen, um die Geschichte akkurater zu erzählen. Ein Beispiel hierfür sind die einzigartigen Fähigkeiten von Bossen, die im normalen Spiel so nicht vorkommen.

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Ergänzend gibt es den „Archive Battle“-Modus, in dem man vor dem finalen Arc wichtige Schlachten erlebt. Dabei steht man unter Zeitdruck und muss diese Begegnungen in Rekordzeit meistern. Das „Hero’s Diary“ schlägt hingegen ruhigere Töne an. In diesem erst später freischaltbaren Modus stehen kurze „Slice of Life“-Episoden über die Schüler der Klasse 1-A im Mittelpunkt. Hier tritt das Gameplay zugunsten der Erzählung in den Hintergrund. Oft gibt es nur einfache Minispiele oder Plattform-Passagen, wie das Wiederfinden entlaufener Katzen. Dies fängt die Persönlichkeiten der Charaktere zwar gut ein, wirkt spielerisch aber eher wie Filler-Material und spricht vor allem Hardcore-Fans an.

Virtuelles Training und ein riesiger Kader! Plus Ultra!

Das neue Highlight des Spiels ist der „Team Up Mission“-Modus, der parallel zur Hauptgeschichte läuft. In diesem trainieren Deku und seine Klassenkameraden in einer virtuellen Stadt. Es handelt sich dabei nicht um eine klassische Open World, sondern um einen menübasierten Modus, der dich in eine Sandbox wirft. Hier kann man mit verschiedenen Charakteren die Umgebung erkunden. Jeder Held bringt dabei eigene Bewegungsfähigkeiten mit. Diese reichen von Tokoyamis Flugfähigkeiten bis hin zu Minetas Klettereinlagen an Wänden. Allerdings leidet dieser Modus unter Repetitivität. Die Gegner starten fast immer mit einer „Super-Armor“, die nur schwer durchbrochen werden kann, zum Beispiel durch den Einsatz von „Plus Ultra“-Angriffen. Dadurch ziehen sich die Kämpfe unnötig in die Länge.

Ein weiterer Höhepunkt ist jedoch der Kader. Zum Launch erweitert das Spiel das Kämpferaufgebot massiv auf stolze 68 Charaktere, darunter 19 Neuzugänge. Das Besondere hierbei ist, dass sich die Figuren nicht wie bloße Kopien anfühlen, sondern über einzigartige Spielstile verfügen. Tokoyami fungiert beispielsweise als „Stance“-Charakter mit unterschiedlichen Modi, die von der Position von Dark Shadow abhängig sind. Der neue All For One hingegen setzt auf langsame, aber mächtige Flächenangriffe. Diese Vielfalt sorgt dafür, dass man nicht automatisch jeden Charakter beherrscht, nur weil man einen gelernt hat. Dadurch gewinnt das Spiel deutlich an strategischer Tiefe.

Kein Double Jump, Mehr Taktik

Auch das Kampfsystem wurde in einigen Punkten drastisch angepasst. So wurden beispielsweise der Doppelsprung und das „Dash Cancelling“ entfernt. Stattdessen gibt es nun ein „schnelles Herabsteigen“, durch den sich das Spielgeschehen bodenständiger und deutlich schneller anfühlt. Auch die allgemeine Steuerung reagiert schneller und weniger schwammig als in den Vorgängern.

Die größte Neuerung ist das „Rising“-System. Ein für jeden Charakter einzigartiges Power-up, das von neuen Komborouten bis hin zu kompletten Transformationen reicht. Hinzu kommt das 3v3-Tag-System, das offensive und defensive Wechsel ermöglicht und bei der Verlängerung von Angriffsketten große Freiheit bietet. Einzig das harte Schadenslimit von 80 % pro Kombo bremst den kreativen Wahnsinn etwas aus.

Anpassungen, Performance und Online-Hürden

Das Spiel bietet eine Vielzahl von Anpassungsoptionen. Zwar ist die freie Kombination von Kostümteilen aus dem Vorgänger nun festen Preset-Outfits gewichen, dafür lassen sich HUD-Elemente wie Gesundheitsbalken, Embleme und Titel jedoch umso detaillierter personalisieren. Zudem können HUD-Elemente wie Gesundheitsbalken, Embleme und Titel detailliert angepasst werden. Allerdings sind auch die Anpassungen der Gegner sichtbar, was bei unübersichtlichen Designs wichtige Informationen verschleiern kann. Das Spiel merkt sich die Tastenbelegung pro Charakter, vergisst diese nach einem Neustart jedoch leider wieder.

Ein leider etwas vernachlässigter Aspekt des Spiels ist die Technik, die leider ein gemischtes Bild hinterlässt. Das Spiel überzeugt inhaltlich, hat auf der PlayStation 5 jedoch mit Performance-Problemen wie Framerate-Einbrüchen und kurzen Freezes zu kämpfen. Diese treten besonders bei bestimmten Effekten oder Wetterwechseln auf. Der Online-Modus nutzt weiterhin einen Delay-basierten Netcode, der zwar solide ist, aber nicht mehr ganz zeitgemäß wirkt. Im Ranked-Modus wird die Stage komplett zufällig ausgewählt. Das kann frustrierend sein, da viele Arenen Hindernisse enthalten, die als störend empfunden werden können. Lobbys sind vorhanden und funktional, allerdings kann nur der Leader Matches aufsetzen.

Fazit

My Hero Academia: All’s Justice beeindruckt mit einem soliden Story-Modus, einem der besten Roster und einem generalüberholten Kampfsystem. Jeder Charakter fühlt sich einzigartig an, und das neue Rising- sowie das Tag-System verleihen den Kämpfen enorme Tiefe. Es ist ein Anime-Fighter, der das Fanherz höherschlagen lässt, wenngleich technische Probleme und die Repetitivität im eigentlich sehr gelungenen „Team-Up-Mission“-Modus den Gesamteindruck trüben. Die Mischung aus starker Inszenierung im Story-Modus und taktischer Tiefe im Kampf macht ihn dennoch zum besten Teil der Reihe. „My Hero Academia: All’s Justice“ ist ein umfangreiches Paket, das seine Vorlage würdigt und spielerisch „Plus Ultra“ geht, aber unter seiner technischen Last etwas strauchelt.

My Hero Academia: All's Justice
Fazit
My Hero Academia: All's Justice beeindruckt mit einem soliden Story-Modus, einem der besten Roster und einem generalüberholten Kampfsystem. Jeder Charakter fühlt sich einzigartig an, und das neue Rising- sowie das Tag-System verleihen den Kämpfen enorme Tiefe. Es ist ein Anime-Fighter, der das Fanherz höherschlagen lässt, wenngleich technische Probleme und die Repetitivität im eigentlich sehr gelungenen „Team-Up-Mission“-Modus den Gesamteindruck trüben. Die Mischung aus starker Inszenierung im Story-Modus und taktischer Tiefe im Kampf macht ihn dennoch zum besten Teil der Reihe. „My Hero Academia: All's Justice“ ist ein umfangreiches Paket, das seine Vorlage würdigt und spielerisch „Plus Ultra“ geht, aber unter seiner technischen Last etwas strauchelt.
Positiv
Starke Story-Inszenierung
Riesiger, individueller Roster
Hohe Vorlagentreue
Umfangreicher Content
Negativ
Technische Mängel
Online-Schwächen
Spielerische Filler
7
Gut
Hi, ich bin Sebastian und schreibe Reviews, am liebsten über Spiele, die mir richtig Spaß machen. Besonders haben es mir JRPGs, Soulslikes und Anime-Games angetan. Ich liebe fantastische Welten, starke Geschichten und epische Kämpfe, die auch gerne mal schwer sein dürfen. Genau diese Mischung aus Herausforderung, Atmosphäre und dem Gefühl, mit jedem Versuch besser zu werden, motiviert mich immer wieder aufs Neue.