Crushed in Time: im Test

Sherlock und Dr. Watson kehren zurück – doch vergiss die staubigen Krimis!

Das französische Entwicklerstudio Draw Me A Pixel hat mich mit dem extravagantesten Detektiv-Duo auf ein Abenteuer geschickt. In Crushed in Time wurde ich an die Seite von Sherlock Holmes und Dr. Watson gerufen, um einen bizarren Fall zu lösen. Kurz vor der geplanten Veröffentlichung ihres neuen Videospiels bricht im Entwicklerstudio Panik aus, da einer der Hauptcharaktere spurlos verschwunden ist. Es wartet eine wilde Ermittlung, die sich über die Grenzen von Raum und Zeit erstreckt. Schnell wurde mir auf dieser humorvollen Zeitreise klar: Ohne das Um-die-Ecke-Denken sind die beiden Detektive absolut aufgeschmissen. Ermittlung im Chaos

Ich durchlaufe mehrere Kapitel, um den Fall des verschwundenen Charakters aufzuklären.
Draw Me A Pixel hat erkannt, dass dieses Abenteuer von seiner speziellen Atmosphäre lebt. Die Dialoge sind super geschrieben und fangen die charakteristische, charmante Art von Holmes und Watson perfekt ein – was für mich persönlich ein absolutes Highlight ist.
Die Wortgefechte und die Sounds sind stimmig und passend gewählt. Dass die Sprachausgabe von echten Menschen aufgenommen wurde, eben „All natural, Non-GMO“, wie das Studio es nennt, merkt man der tollen Audioqualität in jeder Sekunde an. Visuell wird das Ganze von einem herrlich schrägen und farbenfrohen Comic-Look getragen.

Frische Rätsel und elastische Tücken

Das Point-and-Click-Gameplay ist erfrischend unverbraucht, hier heißt das Zauberwort Elastizität oder wie es die Entwickler beschreiben: Greifen, ziehen und loslassen. Die Rätsel sind knackig und erfordern oft eine gehörige Portion Umdenken.
Falls man doch mal komplett auf dem Schlauch steht, hilft das mehrstufige Hinweissystem aus der Patsche. Man kann sich buchstäblich Hinweise „ziehen“. Diese Tipps sind hilfreich und fair aufgebaut, sodass man den Faden nicht verliert.

Ich muss jedoch auch anmerken, dass die Steuerung zu Beginn für einiges an Frust sorgen kann. Das dehnbare Konzept zieht sich nämlich durch das gesamte Interface: Selbst die Menü-Buttons im Spiel müssen gezogen werden. Trifft man dabei bestimmte Trigger-Punkte nicht exakt, verzerrt sich das gesamte Bild. Gerade in den ersten Leveln hat dieser Effekt den Spielfluss doch ein wenig gestört, bis man ein Gefühl für die außergewöhnliche Mechanik entwickelt hat.

Fazit
Ich hatte in meinen gut über fünf Stunden Spielzeit viel Freude an der Seite von Sherlock und Watson. An manchen Stellen braucht es etwas Geduld und Fingerspitzengefühl bei der Steuerung, aber die Belohnung ist ein tolles Rätselerlebnis mit typisch trockenem Humor und Dialogen.
Positiv
Die Dialoge treffen zu 100 % die typische Holmes-und-Watson-Manier
Passende Soundkulisse und lebendige Sprachausgabe
Knifflige Rätsel, die echtes Um-die-Ecke-Denken erfordern
Sehr faires und hilfreich gestaltetes Hinweissystem
Abwechslungsreiche visuelle Gestaltung über mehrere Kapitel hinweg
Negativ
Gewöhnungsbedürftige und teils fummelige „Zieh-Steuerung“ bei den Auswahl-Buttons
Bildverzerrungen bei nicht exakt getroffenen Triggern, was gerade anfangs stören kann
8.5
sehr gut
Moin, ich bin Patricia und spiele gerne Horror und Simulations Games.