Mit Starfield bringt Bethesda Game Studios ein ambitioniertes Open-World-Rollenspiel in Form eines massiven Universums nun auch auf die PlayStation 5. Unter der Leitung von Bethesda Game Studios setzt das Spiel auf eine Mischung aus weitläufiger Erkundung, politischer Tiefe und vielschichtigen Systemen, um die Vision einer menschlichen Zukunft im All einzufangen. Ob das Epos auf der neuen Plattform sein volles Potenzial ausschöpft, sich als echtes Highlight entpuppt oder trotz technischer Hürden lediglich die hohen Erwartungen erfüllt, erfahrt ihr in unserem spoilerfreien Review.
In Starfield erkundet man die Besiedelten Systeme, ein von verschiedenen Ideologien und Machtkämpfen geprägtes Netzwerk aus Welten. Zu den zentralen Schauplätzen gehören die hochmoderne Hauptstadt New Atlantis, das eigenständige Akila City, die Neonmetropole Neon und die Mars-Minensiedlung Cydonia. Im Vergleich zu früheren Bethesda-Titeln ist der Umfang gewaltig, wenngleich auch die Fragmentierung der Welt auffällt. Neue Fraktionsgeschichten, wie die der geheimnisvollen Constellation oder der militärisch organisierten United Colonies, sowie zahlreiche interaktive Dialoge sorgen dafür, dass das Universum stets in Bewegung erscheint.

Das narrative Erlebnis wird durch die Einbindung der Terranischen Armada erweitert. Eine unerbittliche Roboterarmee bedroht die Menschheit. Diese neuen Ansätze verleihen der Haupthandlung eine zusätzliche Dynamik und heben das Geschehen über eine reine Entdeckungsreise hinaus. Besonders die Jagd nach den rätselhaften Artefakten, deren Herkunft das wissenschaftliche Verständnis übersteigt, treibt die Handlung stetig voran, auch wenn der rote Faden zwischenzeitlich sehr dünn wirkt.

Hintergründe und Schiffskonstruktionen
Ein besonderes Highlight ist die Charaktererstellung. Dabei überzeugen vor allem die wählbaren Eigenschaften, die weit über rein numerische Boni hinausgehen. Diese Merkmale ermöglichen eine tiefgreifende Personalisierung und beeinflussen spürbar, wie andere Figuren oder Gruppen auf die Spielfigur reagieren. Dies kann beispielsweise durch die Interaktion mit einem übermäßig enthusiastischen Anhänger oder durch die Pflege familiärer Bindungen zu den eigenen Eltern erreicht werden. Diese individuellen Nuancen erlauben ein hohes Maß an Rollenspiel und führen zu einzigartigen Dialogen.

Ein weiteres Herzstück ist das Schiffsmanagement. Im Schiffsbuilder können eigene Raumschiffe entworfen, Module ausgetauscht und zentrale Systeme wie Reaktoren, Schilde und Waffen optimiert werden. Diese Anpassungen sind entscheidend, da Schiffe wahlweise als mobile Forschungsstationen, Frachter oder hochgerüstete Kampfstationen dienen. Darüber hinaus lassen sich durch den Einsatz von X-Tech und Credits legendäre Stufe-4-Verbesserungen an der Ausrüstung vornehmen. Das belohnt die Optimierung der eigenen Ausrüstung, vor allem im anspruchsvollen Endgame.

Die Allheit und das Sternenmeer
Mithilfe der Funktion „Neues Spiel+” kann der Spielfortschritt über das Ende der Hauptquest hinaus fortgesetzt werden. Dabei können ausgewählte Gegenstände über das Quantenverstrickungsgerät übernommen werden. Ein zentrales Element sind die Sternenblutkräfte, deren Rang sich durch das Sammeln von Quantum-Essenz steigern lässt, um die eigene Macht im Universum zu festigen.

Mithilfe des Forschungs- und Herstellungssystems können zudem neue Modifikationen für Waffen und Außenposten-Gebäude freigeschaltet werden. Durch das Platzieren von Extraktoren auf fernen Planeten können kontinuierlich Ressourcen gewonnen werden, um eine koordinierte Lieferkette über mehrere Systeme hinweg aufzubauen. Zufällige Begegnungen im All und die Erkundung von Planeten mit unterschiedlichen Schwerkraftverhältnissen sorgen für eine hohe Wiederspielbarkeit. Fahrzeuge wie der REV-8-Buggy erleichtern die Fortbewegung am Boden und verkürzen die teils langen Laufwege.

Technische Aspekte und Navigationsfluss
Das Kampfsystem wurde detailliert an die Hardware der PS5 angepasst. Die Kämpfe finden in den unterschiedlichsten Umgebungen statt. Dabei hat die Schwerkraft taktischen Einfluss auf die Bewegung und die Effektivität der Waffen. So sind Energiewaffen beispielsweise gegen Roboter effektiv, während ballistische Waffen ihre Stärken gegen menschliche Gegner ausspielen. Die allgemeine Kontrolle über die Spielfigur sowie das Gefühl für den Einsatz des Boost-Packs sind gut umgesetzt.

Dennoch zeigen sich bei der technischen Umsetzung deutliche Schwächen. So kommt es trotz des dedizierten Leistungsmodus, der auf 60 fps abzielt, regelmäßig zu spürbaren Framedrops. Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die Struktur der Spielwelt: Das Reisen zwischen den Systemen fühlt sich durch den Reisemodus und die Grav-Sprünge zwar sehr realistisch an, wird jedoch durch eine übermäßige Anzahl an Ladebildschirmen immer wieder unterbrochen. Dies beeinträchtigt den ansonsten flüssigen Entdeckerdrang in der riesigen Spielwelt massiv.

Audiovisuelle Präsentation im Weltraum
Technisch überzeugt das Spiel durch einen funktionalen und detaillierten Grafikstil, der die Realität der Raumfahrt mit sauberen Linien und stimmigen Animationen perfekt einfängt. Die verschiedenen Biome bieten visuelle Abwechslung, während das Sounddesign mit atmosphärischer Musik und druckvollen Effekten in den Schiffskämpfen überzeugt. Der Wechsel zur PlayStation stellt einen großen inhaltlichen Schritt nach vorn dar, da die PS5-Version als die bislang beste konzipiert wurde und sämtliche bisherigen Erweiterungen und Updates wie „Free Lanes” und „Terran Armada” direkt im Basisspiel enthalten sind.

Ein wesentlicher Pluspunkt sind zudem die erweiterten Gameplay-Optionen, die eine bedeutende Optimierung darstellen, da sie eine individuelle Anpassung zentraler Systeme ermöglichen. Dieses Feintuning erlaubt es, die Schwierigkeit des Kampfs zu Fuß sowie mit dem Schiff präzise zu regulieren, wobei die EP-Verdienstrate dynamisch an die gewählte Herausforderung gekoppelt ist. Da sich diese Einstellungen jederzeit anpassen lassen, kann das Spielerlebnis flexibel an den persönlichen Geschmack angepasst werden.

Fazit
Starfield erweist sich als inhaltlich massives Rollenspiel, das vor allem durch seine atmosphärische Dichte und die enorme spielerische Freiheit besticht. Insbesondere die tiefgreifende Charaktererschaffung mit ihren individuellen Eigenschaften und das komplexe Schiffsbau-System motivieren über einen langen Zeitraum hinweg. Technische Unzulänglichkeiten wie eine instabile Bildrate im Leistungsmodus und eine durch häufige Ladebildschirme fragmentierte Spielwelt verhindern jedoch ein absolut immersives Erlebnis. Trotz dieser Hürden ist der Titel inhaltlich beachtlich und überzeugt durch seine schiere Größe sowie die nahtlose Integration der neuen Erweiterungen. Technisch bleibt er jedoch hinter seinen eigenen Ambitionen zurück.
Starfield ist bereits am 7. April 2026 für die PlayStation 5 erschienen.











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