Toy Story 3: Complete Edition im Test – Ein Klassiker kehrt zurück

Mit Toy Story 3: Complete Edition kehrt eines der gelungensten Filmspiele seiner Generation auf die PlayStation zurück. Das ursprünglich 2010 veröffentlichte Abenteuer rund um Woody, Buzz Lightyear und Jessie bekommt eine Neuauflage für moderne Plattformen, die neben einer verbesserten technischen Präsentation auch bislang versionsgebundene Inhalte vereint. Doch reicht das aus, um das Spiel auch 16 Jahre später noch zu einem empfehlenswerten Abenteuer zu machen?

Die Geschichte von Toy Story 3 begleitet die bekannten Spielzeuge durch Situationen, die Fans des Pixar-Films sofort wiedererkennen dürften. Andy wird älter und steht kurz davor, seine Spielsachen hinter sich zu lassen. Für Woody, Buzz und den Rest der Truppe beginnt damit ein neues Abenteuer, das sie unter anderem in die Sunnyside-Kita und auf einen gefährlichen Schrottplatz führt.

Der Story-Modus orientiert sich an wichtigen Momenten des Films, nimmt sich aber auch Freiheiten, um daraus ein eigenständiges Spielerlebnis zu machen. Ob bei der Rettung aus einem Zug, in Buzz‘ Videospiel oder während der Flucht vor den Gefahren des Schrottplatzes: Die abwechslungsreichen Szenarien sorgen dafür, dass die Kampagne nicht einfach nur wie eine spielbare Nacherzählung wirkt.

Dabei bleibt der Charme der Vorlage erhalten. Die bekannten Figuren und ihre unterschiedlichen Persönlichkeiten bilden das Herzstück des Abenteuers. Gerade für Fans der Reihe ist es schön, die Welt aus einer anderen Perspektive zu erleben. Eine tiefgründige Geschichte mit vielen Überraschungen sollte man allerdings nicht erwarten. Die größte Stärke liegt vielmehr darin, die Atmosphäre des Films einzufangen und sie mit spielerischen Ideen zu verbinden.

Gameplay: Zwei Abenteuer in einem Spiel

Spielerisch setzt Toy Story 3: Complete Edition auf klassisches 3D-Platforming, kleinere Rätsel und actionreiche Abschnitte. Im Story-Modus wechseln wir zwischen Woody, Buzz Lightyear und Jessie. Jede Figur besitzt eigene Fähigkeiten, die in den jeweiligen Levels zum Einsatz kommen.

Woody kann sich beispielsweise mit seiner Zugleine an bestimmten Stellen entlangschwingen, während Buzz seine Kraft nutzt, um andere Spielzeuge durch die Gegend zu schleudern. Dadurch entstehen abwechslungsreiche Situationen, in denen wir nicht einfach nur von Plattform zu Plattform springen, sondern auch die besonderen Eigenschaften der Figuren einsetzen müssen.

Die Kampagne ist unterhaltsam, fällt im Vergleich zu modernen Genrevertretern allerdings recht überschaubar aus. Auch die Steuerung und Kameraführung zeigen an manchen Stellen ihr Alter. Was 2010 noch gut funktionierte, fühlt sich heute nicht immer ganz so geschmeidig an. Wer regelmäßig aktuelle 3D-Platformer spielt, wird deshalb einige Komfortverbesserungen vermissen.

Die eigentliche Stärke des Spiels liegt jedoch ohnehin in seinem zweiten großen Bestandteil: dem Toy-Box-Modus.

Toy Box: Hier steckt das meiste Potenzial

In Woodys Roundup verlassen wir die linearen Story-Levels und betreten eine frei erkundbare Westernstadt. Hier können wir Missionen für die Bewohner erledigen, Minispiele absolvieren und Gold verdienen. Die Belohnungen investieren wir anschließend in neue Gebäude, Dekorationen und weitere Anpassungsmöglichkeiten.

Das Prinzip ist simpel, funktioniert aber erstaunlich gut. Statt lediglich eine Aufgabe nach der anderen abzuhaken, gestalten wir nach und nach unsere eigene Spielzeugstadt. Wir können Gebäude verändern, die Bewohner neu einkleiden und die Umgebung nach unseren Vorstellungen anpassen. Dadurch entsteht ein motivierender Kreislauf aus Aufgaben, Belohnungen und neuen Möglichkeiten.

Die Toy Box fühlt sich dadurch fast wie ein eigenständiges Spiel innerhalb von Toy Story 3 an. Während die Kampagne vor allem Fans des Films anspricht, bietet der Sandbox-Modus einen zusätzlichen Anreiz, auch nach dem Abspann weiterzuspielen. Gerade jüngere Spieler dürften hier viel Freude daran haben, die Stadt zu erkunden und immer neue Dinge freizuschalten.

Dass dieser Modus später als konzeptioneller Vorläufer von Disney Infinity diente, ist rückblickend durchaus nachvollziehbar. Viele seiner Ideen rund um eine frei gestaltbare Spielwelt und freischaltbare Inhalte lassen bereits erkennen, in welche Richtung sich das Studio anschließend weiterentwickelte.

Auch der lokale Koop-Modus ist eine willkommene Ergänzung. Gemeinsam mit einer zweiten Person durch die Levels zu ziehen oder die Spielzeugwelt zu erkunden, passt hervorragend zum familienfreundlichen Charakter des Spiels.

Technik: Frischer Anstrich statt Remake

Die Complete Edition verbessert die technische Präsentation des Originals und macht das Abenteuer auf aktuellen Plattformen wieder leichter zugänglich. Die überarbeitete Darstellung sorgt für ein schärferes Bild und eine zeitgemäßere Präsentation. Auch die Bildrate wurde verbessert, wobei die genaue technische Umsetzung von der jeweiligen Plattform abhängt.

Trotzdem sollte niemand ein vollständiges Remake erwarten. Die grundlegende Grafik, die Charaktermodelle und viele Umgebungen stammen weiterhin aus der ursprünglichen Generation. Die Verbesserungen lassen das Spiel sauberer erscheinen, können sein Alter aber nicht vollständig kaschieren.

Gerade im direkten Vergleich mit modernen Platformern fallen die begrenzten Details und manche etwas steifen Animationen auf. Das ist angesichts der ursprünglichen Veröffentlichung nicht überraschend, zeigt aber auch, dass die Neuauflage eher eine behutsame Überarbeitung als eine umfassende Modernisierung darstellt.

Auf der PS5 profitiert das Spiel vor allem davon, dass wir das Abenteuer auf aktueller Hardware erleben können. Die technische Auffrischung ist sinnvoll, verändert das grundlegende Spielerlebnis aber nur bedingt.

Positiv fällt außerdem der Umfang der Complete Edition auf. Neben den bekannten Inhalten sind nun auch zuvor versionsgebundene Extras enthalten. Dazu gehört Kaiser Zurg als spielbare Figur im Toy-Box-Modus sowie vier zusätzliche Themenpakete zur Gestaltung der eigenen Spielwelt. Damit erhalten auch Spieler Zugriff auf Inhalte, die früher nicht in jeder Version verfügbar waren.

Fazit

Toy Story 3: Complete Edition zeigt, warum das ursprüngliche Spiel bis heute einen guten Ruf unter den Filmumsetzungen genießt. Die Kampagne fängt den Charme der Vorlage ein, die unterschiedlichen Fähigkeiten von Woody, Buzz und Jessie sorgen für spielerische Abwechslung und der Toy-Box-Modus bietet einen motivierenden Sandbox-Spielplatz, der weit über eine gewöhnliche Filmumsetzung hinausgeht.

Allerdings ist die Neuauflage keine umfassende Überarbeitung. Die eher kurze Kampagne, die stellenweise altmodische Steuerung und die sichtbaren Spuren der ursprünglichen Technik verhindern, dass sich das Abenteuer durchgehend modern anfühlt. Die grafischen Verbesserungen und zusätzlichen Inhalte sind willkommen, ändern aber wenig an der grundlegenden Struktur des Spiels.

Wer Toy Story 3 bereits damals gespielt hat, bekommt eine gute Gelegenheit, in Erinnerungen zu schwelgen. Neulinge erwartet ein charmantes Familienabenteuer, das vor allem mit seiner kreativen Spielzeugwelt punktet. Ein Pflichtkauf für jeden PS5-Besitzer ist die Complete Edition zwar nicht, für Fans von Pixar und klassischen 3D-Platformern ist sie aber durchaus einen Blick wert.

Toy Story 3: Complete Edition
Fazit
Toy Story 3: Complete Edition zeigt, warum das ursprüngliche Spiel bis heute einen guten Ruf unter den Filmumsetzungen genießt. Die Kampagne fängt den Charme der Vorlage ein, die unterschiedlichen Fähigkeiten von Woody, Buzz und Jessie sorgen für spielerische Abwechslung und der Toy-Box-Modus bietet einen motivierenden Sandbox-Spielplatz, der weit über eine gewöhnliche Filmumsetzung hinausgeht.
Positiv
Charmante Umsetzung der bekannten Toy-Story-Welt
Lokaler Koop für zwei Spieler
Verbesserte technische Präsentation auf modernen Plattformen
Negativ
Steuerung und Kameraführung wirken stellenweise veraltet
Kaum grundlegende Neuerungen gegenüber dem Original
8
Gut
Hey, ich bin Pascal - 27 Jahre alt und Gründer von Hinsusta. Ich bin für alle Bereiche auf der Webseite zuständig. Mein Schwerpunkt liegt allerdings auf Reviews und News rund um das Thema Current-Gen.