Toy Story: Retro Roundup! im Test: Eine Spielzeugkiste voller Nostalgie

Mit Toy Story: Retro Roundup! bringen Atari und Digital Eclipse eine Sammlung älterer Spiele aus dem beliebten Disney-Pixar-Universum zurück auf moderne Konsolen. Statt lediglich die Klassiker auf der PlayStation 5 verfügbar zu machen, bietet die Sammlung zusätzliche Komfortfunktionen, historische Einblicke und zahlreiche Extras rund um die Entwicklung der Spiele. Doch können Woody und Buzz auch heute noch überzeugen, oder bleibt am Ende nur die Erinnerung an vergangene Gaming-Zeiten? Die Sammlung umfasst Spiele aus den Jahren 1995 bis 2001 und richtet sich damit vor allem an alle, die mit den Abenteuern der lebendigen Spielzeuge aufgewachsen sind. Mit dabei ist außerdem A Bug’s Life, das die Zusammenstellung um einen weiteren bekannten Pixar-Klassiker ergänzt. Wie sich die Spiele heute schlagen und ob sich die Rückkehr in die Spielzeugkiste lohnt, klären wir in unserem Test.

Was Toy Story: Retro Roundup! besonders macht, ist der Ansatz von Digital Eclipse. Das Studio setzt nicht allein auf die Wiederveröffentlichung älterer Spiele, sondern ergänzt sie um Hintergrundinformationen und zahlreiche historische Materialien. Das Ergebnis erinnert an ein digitales Museum, in dem wir nicht nur spielen, sondern auch die Entstehungsgeschichte der Klassiker kennenlernen können.

Insgesamt erwarten uns sechs Spiele aus verschiedenen Generationen: das ursprüngliche Toy Story von 1995, Toy Story 2 für den Game Boy Color, Toy Story 2: Buzz Lightyear to the Rescue!, Buzz Lightyear of Star Command, Toy Story Racer und A Bug’s Life. Letzteres gehört zwar nicht direkt zur Toy-Story-Reihe, passt als weiterer Pixar-Klassiker aus derselben Ära aber gut in die Sammlung.

Dabei beschränkt sich die Auswahl nicht auf jeweils eine Version. Je nach Spiel stehen verschiedene Fassungen für Systeme wie Super Nintendo, Mega Drive, PlayStation und Game Boy zur Verfügung. Besonders für Sammler und Fans der Spielegeschichte ist das interessant, da sich die unterschiedlichen Umsetzungen miteinander vergleichen lassen.

Allerdings sollte klar sein, was wir hier bekommen: Es handelt sich nicht um umfassende Remakes. Die Spiele bleiben ihren ursprünglichen Versionen weitgehend treu. Die Verbesserungen betreffen vor allem die Präsentation und den Komfort.

Zwischen Jump ’n’ Run, 3D-Abenteuer und Rennspiel

Spielerisch bietet Toy Story: Retro Roundup! eine abwechslungsreiche Mischung, die sich nicht auf ein einziges Genre beschränkt. Während das ursprüngliche Toy Story klassische Jump-’n’-Run-Elemente mit seiner farbenfrohen Spielwelt verbindet, setzt Toy Story 2: Buzz Lightyear to the Rescue! auf dreidimensionale Level und Erkundung.

Gerade das zweite Abenteuer rund um Buzz Lightyear gehört zu den interessanteren Bestandteilen der Sammlung. Die weitläufigen Umgebungen sorgen dafür, dass wir die Welt aus der Perspektive eines Spielzeugs erleben. Räume und Gegenstände, die im Alltag unscheinbar wirken, werden zu Hindernissen und Schauplätzen für kleine Abenteuer. Auch heute besitzt diese Idee ihren Charme. Die ungewohnte Kameraführung und die nicht immer präzise Steuerung zeigen allerdings, wie sehr sich die Standards für 3D-Plattformer seit der ursprünglichen PlayStation verändert haben.

Mit Toy Story Racer kommt zudem ein Rennspiel hinzu, das eine willkommene Abwechslung zum Springen und Erkunden bietet. Die bunten Strecken und der bekannte Figurenkosmos sorgen für einen unterhaltsamen Ausflug, auch wenn sich das Fahrgefühl nicht mit modernen Genrevertretern messen kann.

Buzz Lightyear of Star Command fällt im Vergleich etwas ab. Die unterschiedlichen Spiele besitzen nicht alle dieselbe Qualität, und auch die enthaltenen Handheld-Versionen sind eher für Sammler und nostalgische Fans interessant als für Spieler, die ausschließlich nach dem besten Spielerlebnis suchen. A Bug’s Life wiederum erweist sich als sinnvolle Ergänzung, die der Sammlung etwas zusätzliche Abwechslung verleiht.

Die größte Herausforderung bleibt das Alter der Spiele. Manche Passagen sind ausgesprochen anspruchsvoll, die Steuerung kann sich ungewohnt anfühlen und gerade bei den frühen 3D-Abenteuern sorgt die Kamera gelegentlich für Frust. Was früher zum Alltag gehörte, kann heute schnell zur Geduldsprobe werden.

Sinnvolle Komfortfunktionen für moderne Spieler

Glücklicherweise hat Digital Eclipse einige Funktionen integriert, die den Einstieg deutlich erleichtern. Besonders hilfreich ist die Rückspulfunktion. Ein misslungener Sprung oder ein vermeidbarer Fehler bedeutet damit nicht zwangsläufig, dass wir einen kompletten Abschnitt erneut spielen müssen. Stattdessen spulen wir das Geschehen zurück und versuchen es noch einmal.

Zusätzlich lassen sich Spielstände an beliebigen Stellen anlegen und laden. Auch Cheatcodes stehen zur Verfügung, darunter unbegrenzte Leben, Unverwundbarkeit und die Möglichkeit, weitere Level freizuschalten. Damit können wir selbst entscheiden, wie originalgetreu oder komfortabel wir die Klassiker erleben möchten.

Eine besonders gute Ergänzung ist der Übungsmodus. Hier können wir uns durch geführte Spielabläufe helfen lassen, schwierige Passagen ansehen und anschließend selbst an der entsprechenden Stelle einsteigen. Das ist gerade bei den anspruchsvolleren Abschnitten des ersten Toy Story hilfreich. Statt an einer kniffligen Stelle immer wieder zu scheitern, lernen wir den Ablauf kennen und können gezielt üben.

Hinzu kommen modernisierte Anleitungen mit überarbeiteten Steuerungserklärungen und die Möglichkeit, die Grafikdarstellung anzupassen. Die PlayStation-Versionen profitieren von hochskalierten Bildern, während wir bei Bedarf auch die ursprüngliche Auflösung wählen können. Das sorgt für mehr Flexibilität, verändert aber nicht die grundlegende Technik oder das Spieldesign der damaligen Veröffentlichungen.

Eine kleine Eigenheit der Bedienung sollten wir ebenfalls beachten: Das zusätzliche Menü für Komfortfunktionen wird über das Drücken des rechten Analogsticks geöffnet. Von dort aus gelangen wir auch zurück ins Hauptmenü. Wer die Sammlung zum ersten Mal startet, sollte sich diese Belegung merken.

Ein digitales Museum mit echtem Mehrwert

Neben den Spielen selbst ist das Zusatzmaterial eine der größten Stärken der Sammlung. Digital Eclipse ergänzt die Klassiker um digitalisierte Verpackungen, originale Bedienungsanleitungen und weitere historische Dokumente. Dadurch können wir nachvollziehen, wie die Spiele seinerzeit präsentiert wurden und welche Informationen den Käufern zur Verfügung standen.

Auch die sechs Video-Featurettes mit insgesamt mehr als einer Stunde Laufzeit sind eine willkommene Ergänzung. Sie beschäftigen sich mit der Entwicklung der enthaltenen Spiele und liefern Einblicke in die Arbeit der beteiligten Studios. Interviews und Hintergrundgeschichten machen deutlich, welchen Stellenwert diese Produktionen innerhalb der Geschichte von Disney, Pixar und der Videospielentwicklung besitzen.

Abgerundet wird das Paket durch einen Musikplayer, über den wir die Soundtracks der Spiele unabhängig vom eigentlichen Gameplay anhören können. Gerade bei älteren Titeln sind die Melodien oft eng mit persönlichen Erinnerungen verbunden. Dass wir diese Musik separat genießen können, passt hervorragend zum Konzept der Sammlung.

Diese Extras sind nicht bloß schmückendes Beiwerk. Sie machen Toy Story: Retro Roundup! zu mehr als einer einfachen Emulationssammlung. Wer sich für die Geschichte der Spiele interessiert, erhält hier einen zusätzlichen Grund, sich länger mit dem Paket zu beschäftigen.

Technik auf der PlayStation 5

Technisch profitiert die Sammlung vor allem davon, dass die älteren Spiele auf moderner Hardware zugänglich gemacht werden. Die hochskalierten Grafiken sorgen für eine klarere Darstellung, und die optionalen Einstellungen erlauben es, den ursprünglichen Look weitgehend beizubehalten. Wer lieber das klassische Bildformat oder eine Darstellung mit CRT-Filter bevorzugt, kann das Retro-Gefühl zusätzlich verstärken.

Allerdings darf die technische Aufbereitung nicht mit einer vollständigen Modernisierung verwechselt werden. Die grundlegenden Mechaniken bleiben erhalten. Gerade die frühen 3D-Spiele leiden weiterhin unter einer aus heutiger Sicht umständlichen Kameraführung und teilweise unpräziser Steuerung. Die neuen Komfortfunktionen helfen dabei, diese Schwächen abzufedern, können sie aber nicht vollständig beseitigen.

Das ist kein ungewöhnlicher Nachteil einer solchen Sammlung, sollte beim Kauf aber berücksichtigt werden. Wer zeitgemäße Plattformer mit flüssiger Steuerung und moderner Levelgestaltung erwartet, könnte enttäuscht werden. Wer hingegen die ursprünglichen Spiele kennenlernen oder wiederentdecken möchte, bekommt eine komfortable Möglichkeit dazu.

Fazit

Toy Story: Retro Roundup! ist eine liebevoll zusammengestellte Sammlung, die vor allem von ihrer gelungenen Präsentation und den umfangreichen Extras profitiert. Digital Eclipse bewahrt sechs Spiele aus der Ära zwischen 1995 und 2001 und macht sie durch Rückspulfunktion, Speicherstände, Cheatcodes und Übungsmodus auch für ein modernes Publikum zugänglicher.

Spielerisch schwankt die Qualität. Einige Titel besitzen noch immer ihren ganz eigenen Charme, während andere deutlich stärker unter den technischen und spielerischen Einschränkungen ihrer Zeit leiden. Besonders die frühen 3D-Abenteuer machen durch ihre Kameraführung und Steuerung deutlich, dass nicht jeder Klassiker gleichermaßen gut gealtert ist.

Die eigentliche Stärke liegt deshalb in der Kombination aus spielbarer Videospielgeschichte und digitalem Museum. Originale Anleitungen, Verpackungen, Soundtracks und Hintergrundvideos geben der Sammlung einen Mehrwert, den eine einfache Wiederveröffentlichung nicht bieten würde.

Für Fans von Woody, Buzz und den Pixar-Klassikern ist Toy Story: Retro Roundup! damit eine empfehlenswerte Zeitreise. Wer hingegen ausschließlich nach modernen Spielerlebnissen sucht, sollte seine Erwartungen etwas zurückschrauben. Die Spielzeugkiste ist randvoll mit Erinnerungen, auch wenn nicht jedes Spiel darin heute noch glänzt.

Toy Story: Retro Roundup!
Fazit
Toy Story: Retro Roundup! ist eine liebevoll zusammengestellte Sammlung, die vor allem von ihrer gelungenen Präsentation und den umfangreichen Extras profitiert. Digital Eclipse bewahrt sechs Spiele aus der Ära zwischen 1995 und 2001 und macht sie durch Rückspulfunktion, Speicherstände, Cheatcodes und Übungsmodus auch für ein modernes Publikum zugänglicher.
Positiv
Sechs Spiele aus der klassischen Pixar-Ära
Hilfreiche Rückspul-, Speicher- und Cheatfunktionen
Umfangreiches historisches Bonusmaterial
Originale Anleitungen, Verpackungen und Soundtracks
Negativ
Nicht alle Spiele sind gut gealtert
Teilweise umständliche Kameraführung und Steuerung
Einzelne Titel fallen qualitativ deutlich ab
Keine umfassende Modernisierung der ursprünglichen Spiele
7
Gut
Hey, ich bin Pascal - 27 Jahre alt und Gründer von Hinsusta. Ich bin für alle Bereiche auf der Webseite zuständig. Mein Schwerpunkt liegt allerdings auf Reviews und News rund um das Thema Current-Gen.