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Wreckreation: im Test (PS5)

Mit Wreckreation liefern die ehemaligen Entwickler von Burnout einen geistigen Nachfolger, der in die Fußstapfen des legendären Arcade-Racers treten will. Das kleine Studio Three Fields Entertainment greift dabei nach den ganz großen Zielen und präsentiert uns ein riesiges Open-World-Erlebnis, das unsere Kreativität auf die Probe stellt. Dank THQ Nordic konnten wir bereits vorab in Wreckreation reinschauen und verraten euch im Test, ob sich das Spiel wirklich lohnt.

Wreckreation ist ein gewaltiges Open-World-Sandbox-Rennspiel – und wenn wir „groß“ sagen, dann meinen wir das auch so. Satte 400 Quadratkilometer stehen uns hier zur Verfügung, die wir frei erkunden und nach Belieben bebauen können. Ja, richtig gehört: In Wreckreation dürfen wir unsere eigenen Strecken direkt in der offenen Spielwelt errichten. Ganz nach dem Motto „Deine Welt, deine Regeln“. Doch bevor wir selbst Hand anlegen, lehnen wir uns zurück, treten aufs Gas und tauchen ein in eine Welt voller Geschwindigkeit und Chaos!

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Eine verdammt große Welt

Wreckreation kann anfangs durchaus etwas überfordernd wirken. Einen klassischen Story-Modus gibt es nicht – stattdessen werden wir direkt ins kalte Wasser geworfen und müssen die fiktive Welt Stück für Stück selbst erkunden. Auf unserer Entdeckungstour stoßen wir dabei regelmäßig auf neue Renn Events, WreckoningsRoadRagesShutdowns sowie Collectibles wie etwa Werbetafeln. Mit jedem abgeschlossenen Event verdienen wir Lizenzpunkte, steigen im Rang auf und schalten dadurch schnellere Fahrzeuge frei, die uns Zugang zu neuen Herausforderungen ermöglichen.

Die anfängliche Überforderung ist groß, denn man wird regelrecht ins kalte Wasser geworfen. Die riesige Karte und der Umfang von 144 verschiedenen Events können einen zunächst überfordern. Man weiß kaum, wo man anfangen soll, und es ist unklar, wie man am besten vorgeht. Deshalb nimmt man zunächst einfach jedes Event mit, um langsam ins Spiel hineinzufinden. Die Standard-Rennen machen dabei besonders viel Spaß. Wreckreation setzt ganz auf Geschwindigkeit und zerstörerische Wucht. Wie man es aus bekannten Arcade-Racern kennt, geht es in den Rennen vor allem darum, als Erstes und Schnellstes ins Ziel zu kommen. Unterwegs können wir durch sogenannte Take-Downs unsere Rivalen aus dem Rennen werfen – ein zentraler Reiz, der dem Gameplay seinen besonderen Kick verleiht.

Allerdings hat Wreckreation auch mit einem großen Problem zu kämpfen: Die Rennen wirken teilweise unfair. Die KI-Gegner fahren mit deutlich unterlegenen Autos oft schneller als der Spieler selbst, was am spürbaren Rubberbanding liegt – ein Mechanismus, der unter Rennspielfans nicht immer beliebt ist. Einige Events sind deshalb nur schwer zu gewinnen, da die KI häufig für Frustmomente sorgt und Siege manchmal reine Glückssache sind, wenn die KI schließlich doch einen Fehler macht. Einen auswählbaren Schwierigkeitsgrad sucht man hier leider vergeblich, was den Anspruch mancher Events zusätzlich erhöht.

Moderne Optik trifft schwankende Performance

Wreckreation präsentiert sich grafisch durchaus solide, auch wenn nach oben noch reichlich Luft bleibt. Besonders im Vergleich zu den großen Genre-Konkurrenten kann das Spiel optisch nicht ganz mithalten und bleibt beim Kopf-an-Kopf-Rennen klar auf der Strecke, was aber dem Spielspaß grundsätzlich keinen Abbruch tut. Die nicht lizenzierten Fahrzeuge überzeugen mit einer gelungenen Optik und vielen Details. Insbesondere das dynamische Wettersystem setzt Akzente und trägt entscheidend zur Spielatmosphäre und -dynamik bei.

Die größten Schwächen offenbart Wreckreation jedoch bei der technischen Umsetzung und in der Menüführung. Viele Einstellungen sind unnötig kompliziert und das sogenannte DJ-Menü erschwert die Navigation zusätzlich. Die Auswahloptionen sind stark begrenzt, sodass grundlegende Anpassungen (wie etwa die Helligkeit), die gerade für OLED-Nutzer im Dunkeln wichtig wäre – schlicht fehlen.

Das Auffinden fehlender Events für einen 100%-Abschluss gestaltet sich ebenfalls mühsam! Die riesige Map erfordert manuelles Suchen, wobei der langsame Cursor die Geduld strapaziert. Auch die Fahrzeugauswahl ist im Singleplayer deutlich umständlicher als im Multiplayer. Hier muss man mühsam durch sämtliche Autos scrollen, während im Multiplayer eine übersichtliche Liste angeboten wird. Ironischerweise ist es schneller, eine Online-Lobby zu erstellen und dort das gewünschte Fahrzeug zu wählen, als dies im Einzelspielermodus zu tun.

Das größte Problem sind jedoch die zahlreichen, teils schwerwiegenden Bugs. Auf der PlayStation 5 Pro kommt es immer wieder zu deutlichen Frame-Einbrüchen, weshalb man das Spiel nach einer Weile neu starten muss, um für etwa zwei Stunden wieder stabile 60 FPS genießen zu können. Auch unerwartete Spielabstürze lassen sich nicht völlig vermeiden, was den Spielspaß merklich trüben kann.

Trotz dieser Schwierigkeiten (und obwohl bereits rund 40 Stunden in der Spielwelt versenkt wurden) bleibt grundsätzlich viel Spaß erhalten. Die Bugs treten allerdings noch zu häufig auf und bremsen das Erlebnis regelmäßig aus. Wreckreation benötigt dringend einige Quality-of-Life-Verbesserungen, insbesondere sinnvolle Listen, um offene Rennen und Events besser verfolgen zu können.

Fazit

Wreckreation ist ein ambitioniertes Sandbox-Rennspiel, das mit seiner riesigen Open World und kreativen Streckenbau-Features frischen Wind ins Genre bringt. Die abwechslungsreichen Events und die spektakulären Rennen garantieren jede Menge rasanten Arcade-Spaß. Besonders die Freiheit, eigene Strecken zu erschaffen und die Spielwelt nach eigenen Vorstellungen zu gestalten, macht Wreckreation einzigartig und sorgt für langanhaltende Motivation.

Allerdings trüben technische Schwächen sowie nervige Bugs und eine umständliche Menüführung das Spielerlebnis spürbar. Die KI fährt oft unfair, grundlegende Komfort-Funktionen fehlen und die Suche nach offenen Events ist unnötig mühsam. Bis die Entwickler hier nachgebessert haben, braucht es Geduld – und eine gewisse Frustrationstoleranz.

Unterm Strich ist Wreckreation ein spannendes Experiment mit viel Potenzial, das vor allem Fans von Arcade-Racern und kreativen Baukastensystemen ansprechen dürfte. Wer über die derzeitigen Schwächen hinwegsehen kann, bekommt eine unterhaltsame Rennspiel-Sandbox, die in Zukunft mit Updates und Verbesserungen noch deutlich zulegen könnte.

Wreckreation
Fazit
Wreckreation ist ein ambitioniertes Sandbox-Rennspiel, das mit seiner riesigen Open World und kreativen Streckenbau-Features frischen Wind ins Genre bringt. Die abwechslungsreichen Events und die spektakulären Rennen garantieren jede Menge rasanten Arcade-Spaß.
Positiv
Kreativer Streckenbau
Dynamisches Wettersystem
Viele detailreiche Fahrzeuge
Negativ
Unfaire KI und spürbares Rubberbanding
Technische Probleme
Umständliche Menüführung
Keine übersichtlichen Listen für offene Rennen und Events
Fehlende Komfortfunktionen
6
Solide
Hey, ich bin Pascal - 27 Jahre alt und Gründer von Hinsusta. Ich bin für alle Bereiche auf der Webseite zuständig. Mein Schwerpunkt liegt allerdings auf Reviews und News rund um das Thema Current-Gen.