Mit Anger Foot liefern die Macher von Broforce und GORN einen wortwörtlich absurd schnellen Ego-Shooter-Arschtreter. In einer grellbunten, urbanen Gewaltfantasie prügeln und ballern wir uns durch Hochhäuser, Ghettos und Clubs, während im Takt des Chaos elektronische Beats pumpen. Dabei steht ein ungewöhnliches Werkzeug im Mittelpunkt: unser Fuß. Anger Foot ist kompromisslos, stilisiert und herrlich überdreht. Doch kann das Spiel neben seiner aggressiven Ästhetik auch spielerisch überzeugen? Das erfahrt ihr ohne Spoiler im Test!
Anger Foot braucht keine tiefgründige Handlung. Alles, was wir brauchen, ist ein wütender Fuß, eine gestohlene Sneaker-Sammlung und eine Stadt voller Gangster, die dringend eine Abreibung brauchen. Als Anger Foot, ein Antiheld mit Vorliebe für stylisches Schuhwerk und brutale Methoden, kämpfen wir uns durch die schmutzigen Gassen von Scheißhausen. Unser Ziel ist einfach: Wir wollen unsere geliebten Preemo-Sneaker zurückholen, die uns skrupellose Gangster gestohlen haben. Dafür kämpfen wir uns durch Hochhäuser, Hinterhöfe und zwielichtige Clubs und sind jederzeit bereit, jedem Gegner eine Lektion in Sachen Fußgewalt zu erteilen. Die Geschichte nimmt sich dabei nie ernst, sondern lebt von schwarzem Humor, absurder Überzeichnung und einem klaren Fokus. Wir stiften Chaos, treten Türen ein und zerlegen alles, was uns vor die Füße kommt.

Ein Tritt in die Fresse bitte
Anger Foot ist ein wilder, adrenalingeladener Rausch aus Tempo, Tritten und taktischem Chaos. Das Spielprinzip erinnert stark an den Indie-Hit „Hotline Miami”, wirkt dabei jedoch noch absurder und eigenwilliger. Mit hoher Geschwindigkeit bewegen wir uns durch lineare Level, treten Gegner mit voller Wucht gegen Wände oder setzen gezielt Schusswaffen ein – und das im Sekundentakt. So bleibt das Tempo konstant hoch und fordert unsere volle Aufmerksamkeit. Der namensgebende Fuß ist dabei weit mehr als ein stilistisches Gimmick, denn er ist unsere wichtigste Waffe. Wir treten Türen ein, kicken Feinde weg oder platzen überraschend ins Geschehen. Alles läuft über schnelle Reaktionen und präzise Bewegungen. In jedem Level sind Reflexe, Lernbereitschaft und ein gutes Raumgefühl gefragt, denn ein einziger Treffer bedeutet das sofortige Aus – für uns ebenso wie für unsere Gegner. Das clevere Leveldesign lädt zum Experimentieren ein, während der treibende elektronische Soundtrack das Chaos perfekt untermalt.

Das Spielprinzip von Anger Foot ist ebenso simpel wie süchtig machend! Jedes Level ist eine kleine, in sich geschlossene Arena voller Gegner, Türen, explosiver Objekte und taktischer Möglichkeiten. Das Ziel ist immer gleich: alle Gegner ausschalten, so schnell und effizient wie möglich (oder eben so schnell wie Möglich den Ausgang finden). Dabei bleibt es ganz dem Spielstil der Spielenden überlassen, ob sie sich durch die Räume ballern oder mit gezielten Fußtritten alles kurz und klein treten. Waffen wie Pistolen, Shotguns oder Maschinenpistolen lassen sich unterwegs aufsammeln, besitzen jedoch nur begrenzte Munition, was für ständigen Waffenwechsel sorgt. Die meisten Feinde lassen beim Ableben ihre Waffe fallen, sodass ein flüssiger Übergang zwischen Tritt und Schuss entsteht. So herrscht ein cleverer Mix aus Nah- und Fernkampfangriffen.

Besonderes Gameplay-Highlight sind die Sneaker, die weit mehr als nur kosmetische Items sind. Jedes Paar verleiht dem Spielenden einzigartige Fähigkeiten, die den Spielstil deutlich beeinflussen können. So sorgen manche Schuhe dafür, dass Türen bei einem Tritt explodieren, andere gewähren einen Doppelsprung, regenerieren Gesundheit oder lassen Feinde beim Treten verlangsamen. Diese Upgrades eröffnen vielfältige Strategien und motivieren zum erneuten Durchspielen oder um Challenges Abzuschließen bereits bekannter Level.
Die Challenges in Anger Foot erweitern das ohnehin schon rasante Spielprinzip um eine zusätzliche Portion Würze und Frustpotenzial. Jede abgeschlossene Mission schaltet neue Herausforderungen frei, die uns zwingen, gewohnte Spielmuster zu durchbrechen. Mal dürfen wir nur mit dem Fuß angreifen, mal ist die Speedrun-Zeit extrem knapp, um drei Sterne zu kassieren. Diese Challenges fordern präzises Timing, gute Routenplanung und ein tiefes Verständnis der Levelmechanik. Belohnt werden wir dafür mit neuen Sneakern, die jeweils eigene Gameplay-Vorteile bringen. So entsteht ein motivierender Loop aus Versuch, Scheitern, Lernen und Belohnung.

Barfuß? Kein Problem!
Auch wenn bei Anger Foot Geschwindigkeit, Reaktionsvermögen und gnadenlose Präzision im Vordergrund stehen, bietet das Spiel einige hilfreiche Assistenzsysteme. Diese machen das Spielerlebnis zugänglicher und anpassbarer. Wer nicht bei jedem Treffer direkt sterben möchte, kann im Menü die Option „Niemals sterben“ aktivieren. So bleibt Anger Foot selbst nach heftigen Angriffen standhaft. Darüber hinaus erlaubt der Hilfemodus feinere Einstellungen wie schwächere Gegner oder vereinfachte Bosskämpfe. Besonders nützlich ist die Funktion „Waffe hervorheben“, mit der fallen gelassene Waffen optisch besser erkennbar sind, wahlweise durch Leuchten oder sogar Glitzern. Für mehr Komfort sorgen außerdem Anpassungen bei Kameraeffekten, Rückstoß, Bluteffekten oder Lichtblitzen. Und wer Probleme beim Zielen mit Schusswaffen hat, kann eine Zielhilfe aktivieren, die sich sogar dem eigenen Spielstil anpassen lässt. Diese Optionen machen Anger Foot nicht nur barriereärmer, sondern ermöglichen auch Einsteigern, mit ordentlich Wucht in Scheißhausen loszulegen..

Anger Foot läuft technisch größtenteils stabil und zuverlässig, was bei einem Spiel mit diesem hohen Tempo auch zwingend erforderlich ist. Die Ladezeiten sind erfreulich kurz, sodass der Spielfluss kaum unterbrochen wird. Das Spielgeschehen bleibt in der Regel flüssig und reagiert präzise auf Eingaben. Gerade in hektischen Momenten ist das essenziell. Die stylisierte Comic-Optik sorgt zudem dafür, dass selbst bei vielen Gegnern und Explosionen keine spürbaren Performance-Einbrüche auftreten.
Dennoch gibt es kleinere Bugs, die den Spielfluss gelegentlich beeinträchtigen können. In einigen Leveln kam es während der Testphase zu Clipping-Fehlern, durch die wir teilweise aus der Spielwelt hinausgeschleudert wurden und dadurch durch die Map fielen. Diese Bugs sind zwar selten, können aber durchaus frustrierend sein, besonders, wenn sie mitten im Spiel auftreten. Trotz dieser kleinen Probleme ist die technische Umsetzung insgesamt sehr solide und sorgt für ein angenehmes Spielerlebnis.

Fazit
Anger Foot ist mehr als nur ein Indie-Kick. Es ist ein rasanter, wuchtiger und herrlich überdrehter Ego-Shooter-Arschtreter. Anger Foot formt sein simples Gameplay mit cleverem Design, großartigem Pacing und einem ganz eigenen Stil zu einem intensiven Spielerlebnis. Die Mischung aus treibendem Elektro-Soundtrack, kreativem Levelaufbau, taktischem Tritt-Shooter-Gameplay und freischaltbaren Sneakern sorgen für einen motivierenden Flow, der einen kaum loslässt. Wer schnelle Reflexe, Humor am Rande des Wahnsinns und ein gutes Maß an Chaos liebt, erhält mit diesem Spiel einen echten Geheimtipp. Ob mit Stil, mit Wut oder mit dem Ziel, Highscores zu erreichen: Anger Foot tritt zu – und zwar genau dahin, wo es Spaß macht.
Anger Foot ist ab sofort für die PlayStation 5 erhältlich.











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