Mit FBC: Firebreak bringt Remedy Entertainment einen kooperativen First-Person-Shooter auf den Markt, der uns in die Rolle einer Spezialeinheit des Federal Bureau of Control schlüpfen lässt. Unsere Mission ist es, eine zunehmende paranatürliche Bedrohung eindämmen, die die Welt ins Chaos zu stürzen droht. Gemeinsam mit bis zu drei weiteren Spielern kämpfen wir Seite an Seite, um die Ordnung wiederherzustellen und die Kontrolle zurückzugewinnen. Wir haben den neuen Multiplayer-Ego-Shooter von Remedy getestet und verraten euch ohne Spoiler, was euch erwartet.
Wer Control gespielt hat, dem dürfte das Federal Bureau of Control (FBC) bereits ein Begriff sein, eine geheimnisvolle Regierungsorganisation, die sich mit übernatürlichen Phänomenen und Anomalien befasst. Schon im Hauptspiel faszinierte das FBC durch seine vielen ungelösten Rätsel und seine kryptische Bürokratie. Das Oldest House, der zentrale Schauplatz, war dabei nicht nur Kulisse, sondern ein eigenständiges Mysterium. Und zwar ein Ort, der sich ständig veränderte und dessen Regeln sich jeder Logik entzogen.
In FBC: Firebreak, dem neuen kooperativen First-Person-Shooter von Remedy Entertainment, wird diese Welt nun erweitert und in den Ausnahmezustand versetzt. Eine unaufhaltsame Macht bedroht das Oldest House und bringt die fragile Ordnung des FBC ins Wanken. Hier kommen wir als Firebreak ins Spiel! Als Teil einer Spezialeinheit, die als Ersthelfer des FBC fungiert, rücken wir gemeinsam mit bis zu drei weiteren Agent:innen aus, um paranormale Bedrohungen einzudämmen. Unser Ziel ist dabei ganz klar. Wir neutralisieren Anomalien und bekämpfen übernatürliche Wesen, um das Chaos unter Kontrolle bringen.

Wenn das Übernatürliche zur Routine wird
FBC: Firebreak wirkt auf den ersten Blick komplex, ist im Kern jedoch spielerisch simpel gehalten. Jeder Einsatz (ein sogenannter „Job“), beginnt mit minimalistischer Ausrüstung. Zu Beginn stehen den Spieler:innen kaum Waffen oder Fähigkeiten zur Verfügung. Stattdessen müssen das Arsenal und die individuellen Vorteile nach und nach freigeschaltet werden. Jeder Firebreaker startet ohne jegliche Fortschritte oder Boni, weshalb das Aufwerten der sogenannten Krisen-Kits an oberster Stelle steht. Diese Kits bestimmen sowohl die Ausrüstung als auch die Rolle im Team und bilden das Klassen-System von Firebreak. Zum Start stehen drei verschiedene Kits zur Auswahl: das Flick-Kit, das Schock-Kit und das Spül-Kit, jeweils mit eigener Ausrichtung und einzigartigen Fähigkeiten, die im Einsatz über Erfolg oder Scheitern entscheiden können.

Das Spielprinzip von FBC: Firebreak bleibt dabei stets klar strukturiert. Wir starten einen beliebigen Job, der in drei unterschiedliche Komplexitätsstufen unterteilt ist. Je höher die gewählte Stufe, desto anspruchsvoller und umfangreicher gestaltet sich die Mission. Dafür winken aber auch deutlich bessere Belohnungen. Diese sind essenziell, um unsere Krisen-Kits zu verbessern oder neue Waffen, kosmetische Objekte und Ausrüstung freizuschalten. Innerhalb der Jobs gilt es, gezielt nach Verlorenen Vermögenswerten und Proben zu suchen, die geborgen werden können. Diese Ressourcen lassen sich wiederum für Requirierungen eintauschen oder für das Freischalten neuer Vorteile verwenden. Im Zentrum jeder Mission stehen jedoch stets die Einsatzziele. Nur wenn wir diese erfolgreich abschließen und die Mission überleben, leisten wir einen Beitrag zur Rettung des Oldest House. Leicht gemacht wird uns das nicht, denn in jedem Job lauern gefährliche Feinde und paranatürliche Bedrohungen, die dem Team schnell ein Ende setzen können.

Das Gameplay von FBC: Firebreak ist angenehm flott und sorgt mit seinem hohen Tempo für ein dynamisches Pacing, das perfekt auf kurze, intensive Runden ausgelegt ist. Besonders im Koop-Modus macht jede gestartete Mission großen Spaß – dank gelungener Teammechanik, ständigem Austausch und einer ordentlichen Portion Chaos. Der Gameplay-Loop ist eines der Highlights des Spiels. Neben den regulären Einsatzzielen warten in jeder Mission auch besonders starke Gegner (Bossgegner) auf das Team. Diese sogenannten „Starken Gegner“ variieren in ihrer Stärke und fordern teils taktisches Vorgehen, teils beherztes Durchhaltevermögen. Je nach gewähltem Schwierigkeitsgrads. Trotz des klar strukturierten Ablaufs bleibt FBC: Firebreak durchweg motivierend. Der Spielfluss ist gut ausbalanciert und sorgt dafür, dass sich auch längere Sessions frisch anfühlen.

Löschen, Reparieren und zusammen Duschen
FBC: Firebreak überzeugt mit einem soliden Gameplay-Grundgerüst, doch der Stressfaktor bleibt dabei nicht aus, im Gegenteil. Anders als in vielen anderen PvE-Shootern ist Munition hier nicht unbegrenzt verfügbar. Stattdessen muss sie an speziellen Nachschubstationen aufgefüllt werden – vorausgesetzt, diese wurden zuvor vom Team repariert.Das geschieht über Quick-Time-Events (QTEs), bei denen präzises Timing gefragt ist. Und genau hier steigt der Druck. Während man versucht, die Stationen in Gang zu bringen, greifen Gegnerwellen unermüdlich an. Pausen kennen sie nicht, vor allem nicht im Schwarm.
Besonders kritisch wird es, wenn die Heilung ansteht. Die einzige Möglichkeit, Lebenspunkte wiederherzustellen, ist der Gang unter die Dusche. Nur wenn man sich in die Duschstation begibt, kann man sich heilen, was in hektischen Momenten nicht nur taktisches Zusammenspiel erfordert, sondern auch für einige Koop-Lacher sorgt. Was wie ein skurriler Witz klingt, funktioniert im Spiel überraschend gut und sorgt für amüsante Kommentare unter Mitspielern.

PS5 Pro macht den Unterschied
FBC: Firebreak ist ein visuelles Effektfeuerwerk. Remedy spart nicht mit eindrucksvollen Partikeleffekten, Lichtspielen und übernatürlichen Phänomenen, die das Geschehen auf dem Bildschirm in eine regelrechte Reizüberflutung verwandeln. Schon in den ersten Spielminuten wird klar: Hier wurde grafisch nicht gegeizt. Auf der Standard PlayStation 5 läuft das Spiel mit stabilen 60 Bildern pro Sekunde, nutzt FSR2 (FidelityFX Super Resolution 2) und liefert eine Ausgabeauflösung von 1440p (2560 × 1440), wobei intern mit 1706 × 960 gerendert wird.
Die PlayStation 5 Pro holt dagegen noch mehr aus dem Titel heraus: Hier kommt PSSR (PlayStation Spectral Super Resolution) zum Einsatz – Sonys eigene Upscaling-Technologie. Auch hier liegt die Bildrate bei flüssigen 60 fps, jedoch mit einer deutlich höheren Ausgabeauflösung von 4K (3840 × 2160), während intern in 1080p (1920 × 1080) gerendert wird. Das Ergebnis: gestochen scharfe Bilder bei gleichbleibend hoher Performance. Besonders auf der PS5 Pro bekommen wir ganz klar einen grafischen Vorteil.

Allerdings zeigt FBC: Firebreak in der aktuellen Version auch technische Schwächen. Es gibt spürbare Framerate-Einbrüchen, insbesondere dann, wenn das Spiel auf Komplexitätsstufe 3, mit aktiviertem Extrem-Schwierigkeitsgrad und Corruption-Level 3 gespielt wird. Das Problem tritt vor allem in Momenten auf, in denen besonders viele Gegner gleichzeitig spawnen, was gerade in den intensiveren Phasen für spürbare Performanceverluste sorgen kann. Während das Gameplay grundsätzlich flüssig läuft, kann es unter diesen Bedingungen zu Rucklern kommen, die den Spielfluss beeinträchtigen. Ob und wann Remedy hier mit einem Patch nachbessert, bleibt abzuwarten. Gerade für ambitionierte Spieler:innen im High-Difficulty-Bereich wäre eine Optimierung wünschenswert.

Langzeitmotivation?
Trotz kleiner Schwächen bleibt FBC: Firebreak ein spaßiger und gut inszenierter PvE-Shooter, der besonders im Koop-Modus überzeugen kann. Langfristig gesehen zeigt sich jedoch noch Optimierungsbedarf – vor allem, was den Umfang und die Langzeitmotivation betrifft. In unserem Test konnten wir bereits nach rund 11 Stunden Spielzeit nahezu alle Inhalte freischalten. Zwar haben wir durchgehend zu dritt gespielt und dabei stets den Extrem-Schwierigkeitsgrad gewählt, dennoch ging der Fortschritt überraschend schnell vonstatten. Die Motivation, weitere Cosmetics, Vorteile oder neue Ausrüstung freizuschalten, war danach spürbar geringer. Für uns bleibt der Eindruck, dass neue freischaltbare Inhalte wohl erst mit kommenden Content-Updates wieder frischen Anreiz liefern werden.

Fazit
FBC: Firebreak ist ein gelungener Koop-PvE-Shooter mit frischen Ideen, charmantem Chaos und einem audiovisuellen Stil, der sich deutlich von Genre-Standards abhebt. Besonders im Team entfaltet der Titel sein volles Potenzial. Ob bei hektischen Reparaturen unter Feinddruck, taktisch abgestimmten Bosskämpfen oder kuriosen Dusch-Momenten. Das Gameplay ist schnell, der Loop motivierend, und das Setting rund um das mysteriöse Oldest House sorgt für eine fesselnde Atmosphäre. Technisch läuft das Spiel meist rund, zeigt aber unter hoher Belastung auf den höchsten Schwierigkeitsgraden noch Performance-Schwächen. Wer schnelle Runden, gutes Teamplay und übernatürlichen Wahnsinn mag, wird hier dennoch auf seine Kosten kommen.











Hinterlasse einen Kommentar