Mit John Carpenter’s Toxic Commando bringen Saber Interactive und Focus Entertainment den unverwechselbaren Stil von John Carpenter in ein kooperatives Actionspiel. Schon nach den ersten Minuten wird deutlich, dass hier der Fokus auf intensiver Koop-Action und einer düsteren Atmosphäre liegt. Zerstörte Städte, toxische Mutantenhorden und gefährliche Missionen sorgen dafür, dass das Spieltempo konstant hoch bleibt. Ob sich das ganze denn auch lohnt, erfahrt Ihr im Test!
Die Geschichte beginnt mit einem Experiment, das außer Kontrolle gerät. Ein mächtiger Technologiekonzern versucht, Energie direkt aus dem Inneren der Erde zu gewinnen, doch der Test endet in einer gewaltigen Explosion. Toxische Substanzen breiten sich aus und verwandeln ganze Städte in chaotische Sperrzonen. Menschen und Tiere, die mit dem giftigen Schleim in Kontakt kommen, mutieren zu aggressiven Kreaturen. In dieser Situation wird das Programm der Toxic Commandos aktiviert, eine Gruppe spezialisierter Söldner, die sich in die gefährlichsten Gebiete wagt, um die Katastrophe einzudämmen und den Ursprung der Mutationen aufzudecken.

Grafisch setzt das Spiel auf eine düstere Darstellung verseuchter Städte. Toxischer Schleim, Explosionen und mutierte Gegner werden detailreich dargestellt und schaffen eine bedrohliche Atmosphäre. Unterstützt wird das Ganze durch einen Soundtrack, der stark vom klassischen Horror-Stil von John Carpenter geprägt ist und die Spannung während der Missionen zusätzlich verstärkt.

Gameplay, Koop und Progression
Die Commandos Walter, Ruby, Cato und Astrid bilden ein Team aus unterschiedlichen Spezialisten. Einige setzen auf rohe Feuerkraft, während andere ihre Kameraden mit Heilung oder defensiven Fähigkeiten unterstützen. Jede Mission verlangt eine enge Zusammenarbeit, damit das Team die gefährlichen Einsätze überstehen kann. Genau hier entfaltet das Spiel seine größte Stärke: Erst wenn alle Spieler ihre Rollen sinnvoll nutzen, entsteht eine dynamische Mischung aus Action und taktischem Vorgehen.
Die Gegner reichen von schnellen Mutanten bis zu gigantischen Boss-Kreaturen, die aus der toxischen Energie des Sludge-Gottes hervorgegangen sind. Jede Begegnung fordert die Spieler realistisch heraus und belohnt gutes Teamplay sowie clevere Strategien.

Auch die Waffen und Ausrüstung sorgen für langfristige Motivation. Die vorhandenen Waffen verbessern sich durch das Leveln mit jeder Mission und lassen sich zusätzlich mit Sludgit, das man als Belohnung für Missionsabschlüsse oder innerhalb verschiedener Missionen erhält, verbessern. Dadurch werden die Waffen Schritt für Schritt stärker. Ergänzt wird dies durch ein Prestige-System, das Spielern erlaubt, ihre Waffenstufe zurückzusetzen, um exklusive kosmetische Belohnungen freizuschalten.
Neben den Waffen können auch die unterschiedlichen Charakterklassen gelevelt und verbessert werden. Spieler können Fähigkeiten upgraden, neue Fertigkeiten freischalten und so die Rollen innerhalb des Teams weiter spezialisieren. Das verstärkt den taktischen Aspekt und motiviert dazu, verschiedene Teamkombinationen auszuprobieren. Außerdem lassen sich durch die gelevelten Charaktere Talentpunkte verdienen, wodurch wir im Skillbaum neue Fähigkeiten vornehmen können, um stärker zu werden.

Ein wichtiger Bestandteil des Gameplays sind außerdem Fahrzeuge, die in vielen Missionen genutzt werden. Sie dienen nicht nur als Transportmittel durch die zerstörten Städte, sondern müssen auch gepflegt werden. Spieler reparieren Schäden, tanken Treibstoff nach und setzen die Fahrzeuge taktisch ein. Eine besondere Funktion ist die Winde, mit der das Fahrzeug von unten nach oben gezogen werden kann, um steile Hindernisse oder schwierige Passagen zu überwinden. Zusätzlich steht ein Krankenwagen zur Verfügung, der das gesamte Team heilen kann und in kritischen Situationen einen entscheidenden Vorteil bietet.

Kleinere Probleme bremsen den Spielspaß
John Carpenter’s Toxic Commando hat viele gute Ansätze, die grundsätzlich funktionieren. Im weiteren Verlauf treten allerdings einige Probleme auf, die den Spielspaß spürbar bremsen. So sind beispielsweise die Missionsziele ziemlich rudimentär gestaltet und wiederholen sich viel zu häufig. Da Toxic Commando zudem ein recht kurzes Spiel ist, lässt die Motivation relativ schnell nach. Dadurch verlagert sich der Fokus schnell auf das Leveln und die Progression der Charaktere, was bald zur eigentlichen Hauptaufgabe wird.

Ein weiteres Problem ist das Progressionssystem. Um das maximale Level einer Klasse zu erreichen, muss man sehr viel Zeit ins Grinden investieren. Selbst auf höheren Schwierigkeitsgraden fällt die Belohnung eher mager aus. Beispielsweise erhält man für Missionen auf „Sehr schwer“ deutlich zu wenig Erfahrungspunkte, um wirklich spürbare Fortschritte zu machen. Hier sollte dringend nachgebessert werden, damit sich der Spielfortschritt motivierender anfühlt.
Auch die Ladezeiten sind ein großer Kritikpunkt. Der Start einer Mission dauert ungewöhnlich lange und das selbst auf einer PlayStation 5. Gerade bei einem Koop-Shooter, bei dem man häufig neue Runden startet, wirkt sich das negativ auf den Spielfluss aus.

Fazit
John Carpenter’s Toxic Commando verbindet intensive Koop-Action mit einer düsteren Horror-Atmosphäre und einer motivierenden Progression. Die Mischung aus Teamplay, Waffenentwicklung, Klassen-Progression und dem taktischen Einsatz von Fahrzeugen sorgt dafür, dass jede Mission spannend bleibt. Wer Koop-Shooter mit Zombie-Action und strategischer Zusammenarbeit mag, bekommt hier ein Spiel, das besonders im Team sein volles Potenzial entfaltet. Allerdings bleibt die Langzeitmotivation doch nicht ganz so doll vorhanden.











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