REANIMAL: im Test (PS5)

Die Köpfe hinter Little Nightmares sind wieder da und diesmal treiben sie den Grusel auf die Spitze. Mit REANIMAL bringt das schwedische Studio Tarsier gemeinsam mit THQ Nordic ein neues Horror‑Adventure an den Start, das unsere Nerven ordentlich strapazieren will. Wir durften bereits vorab das Spiel testen und verraten euch ganz ohne Spoiler, warum REANIMAL ein echtes Horror Highlight ist!

Kein Held, kein Retter, kein großes Ziel. Nur kalter Regen, rostiger Stahl und das beklemmende Gefühl, dass etwas dich beobachtet. REANIMAL wirft uns nicht in eine Welt voller Zombies oder klassischer Monster. Es konfrontiert uns mit etwas Unnatürlicherem: deformierte Tierwesen, die wirken, als hätte jemand Leben falsch zusammengenäht. Fleisch, das nicht zusammengehört. Gliedmaßen, die sich widersetzen. Kreaturen, die mehr wie Fehlversuche als wie Lebewesen erscheinen. Und genau hier beginnt ein psychologischer Horrortrip, der unter die Haut geht.

Die Story setzt nicht auf eine klassische Erzählstruktur. Statt klarer Antworten liefert sie Fragmente, Andeutungen und verstörende Bilder. Sie lässt uns bewusst viel Raum für Interpretation. Während wir uns fragen, wer wir sind, warum wir hier sind und was hier eigentlich geschehen ist, entfaltet sich eine Atmosphäre, die ihresgleichen sucht. REANIMAL präsentiert kein simples Horrorszenario – es erschafft eine bedrückende Welt, die uns durch eine der intensivsten und verstörendsten Kulissen der letzten Jahre schickt. Jeder Schritt fühlt sich falsch an. Jeder Schatten könnte sich bewegen. Und je tiefer wir eintauchen, desto klarer wird: Hier geht es nicht nur um Monster – sondern um die Grenzen von Leben, Tod und der Hybris, beides kontrollieren zu wollen.

Das beste Koop Horror Spiel des Jahres

Gameplay-technisch bleibt REANIMAL seiner bedrückenden Vision treu. Statt auf brachiale Action setzt das Spiel auf Verletzlichkeit. Jede Bewegung fühlt sich bewusst schwer an, jeder Schritt durch die Dunkelheit ist ein Risiko. Der Fokus liegt klar auf Erkundung und Spannung. Die Level wirken nicht zufällig platziert, sondern erzählen still ihre eigene düstere Geschichte. Über verlassene Kinos, leere Tankstellen oder mit dem Boot durch das offene Wasser. All das erzählt seine eigene Geschichte. Dabei erschließt sich Stück für Stück, was hier passiert sein könnte.

Die Begegnungen mit den Tierwesen sind keine Cozy Momente. Die seltenen Kämpfe sind roh, unberechenbar und oft die letzte Option. Man spürt, dass Flucht manchmal die klügere Entscheidung ist. Dieses Gefühl der Unterlegenheit ist kein Frustfaktor, sondern bewusstes Design, was die Story untermalt.

Technisch unterstützt wird das Ganze durch ein starkes Sounddesign. Knarrende Metallplatten, entfernte Schreie oder ein plötzliches Rascheln im Dunkeln. REANIMAL versteht es, Spannung nicht nur visuell, sondern auch akustisch aufzubauen! Gameplay und Atmosphäre greifen hier ineinander wie Zahnräder. Es geht nicht darum, die Level stumpf zu „clearen“. Es geht darum, zu überleben. Und sich dabei immer wieder zu fragen, ob man wirklich wissen will, was hinter der nächsten Tür wartet. Das Beste? Wir können sowohl im Online- als auch im Couch Koop das Spiel geniessen, was erstaunlich gut funktioniert!

Kein Moment zum Durchatmen

REANIMAL kann Horror und das schwedische Studio beweist einmal mehr, warum es zu den stärksten Vertretern des Genres gehört. Schon die Level selbst laden dazu ein, sich am liebsten unter der Decke zu verstecken. Jede Umgebung strahlt eine konstante Bedrohung aus, die nie ganz greifbar, aber immer präsent ist.

Das liegt nicht nur am erstklassigen Design der Spielwelt, sondern vor allem an den psychologischen Horrorelementen, die sich subtil unter die Haut schleichen. Es sind nicht nur die Kreaturen oder die Dunkelheit – es ist das Gefühl, nie sicher zu sein. Geräusche im Off, Schatten in der Ferne, Bewegungen, die man vielleicht nur erahnt. Hier zeigt das Studio eindrucksvoll, welches erzählerische und atmosphärische Potenzial in ihnen steckt.

Eine Verschnaufpause gibt es allerdings selten. Zwar sind wir in REANIMAL dieses Mal bewaffnet und können uns gegen kleinere Bedrohungen (etwa aggressive Möwen) zur Wehr setzen, doch in vielen Situationen bleibt die Flucht die einzig vernünftige Option. Und genau hier spielt das Spiel seine Stärken voll aus.

Die Fluchtsequenzen sind intensiv inszeniert, setzen auf präzises Timing, enge Levelpassagen und ein Sounddesign, das den Puls in die Höhe treibt. Kaum Zeit zum Durchatmen, kaum Raum für Fehler. Kombiniert mit kleineren, clever eingebauten Rätseln entsteht ein Mix aus Anspannung und Unsicherheit, der gleichermaßen gruselig wie packend ist.

Technsich fast erstklassig

In unserem Test lief REANIMAL größtenteils stabil und nahezu ohne größere Probleme. Besonders positiv hervorzuheben ist der Online-Koop-Modus, der reibungslos funktionierte und enorm viel Spaß gemacht hat. Gerade im Zusammenspiel entfaltet das Spiel eine noch intensivere Dynamik, da Kommunikation und Timing entscheidend sind. Grafisch weiß REANIMAL ebenfalls zu überzeugen. Die düsteren Umgebungen, die detailverliebten Kreaturen und das stimmige Lichtdesign tragen maßgeblich zur beklemmenden Atmosphäre bei.

Ganz frei von technischen Schwächen ist das Spiel jedoch nicht. Vereinzelt kam es bei Kletterpassagen dazu, dass wir in Objekte hineingeclippt sind. Dieses Problem trat zwar nicht häufig auf, kann aber in hektischen Momenten (insbesondere während Fluchtsequenzen) ärgerlich sein. Insgesamt bleiben die technischen Mängel jedoch im Rahmen und trüben das Spielerlebnis nur minimal.

Fazit

REANIMAL ist kein Horror-Spiel für zwischendurch. Es ist eine Erfahrung. Eine, die unter die Haut geht, die beklemmt und die einen auch nach dem Ausschalten nicht sofort loslässt. Das schwedische Studio beweist eindrucksvoll, wie moderner Horror funktionieren kann: weniger auf plumpe Schockmomente ausgelegt, sondern auf Atmosphäre, psychologischen Druck und ein konstantes Gefühl der Unsicherheit. Die grotesken Kreaturen, das verstörende Worldbuilding und die intensive Soundkulisse greifen perfekt ineinander und erzeugen eine dichte, unangenehme Spannung.

Gameplay und Präsentation unterstützen diese Vision konsequent. Die Mischung aus Erkundung, Fluchtsequenzen und kleineren Rätseln sorgt für Abwechslung, ohne den Horrorfluss zu unterbrechen. Der Koop-Modus ist dabei ein echtes Highlight und erweitert das Erlebnis sinnvoll. Technisch gibt es kleinere Schwächen, doch sie fallen im Gesamtbild kaum ins Gewicht.

REANIMAL ist kein lauter Horror, es ist ein schleichender. Einer, der dich beobachtet, dich zweifeln lässt und dir immer wieder das Gefühl gibt, fehl am Platz zu sein. Und genau darin liegt seine Stärke. Fakt ist: Reanimal ist das beste Koop Horror Spiel des Jahres!

REANIMAL
Fazit
REANIMAL ist kein Horror-Spiel für zwischendurch. Es ist eine Erfahrung. Eine, die unter die Haut geht, die beklemmt und die einen auch nach dem Ausschalten nicht sofort loslässt. Das schwedische Studio beweist eindrucksvoll, wie moderner Horror funktionieren kann: weniger auf plumpe Schockmomente ausgelegt, sondern auf Atmosphäre, psychologischen Druck und ein konstantes Gefühl der Unsicherheit.
Positiv
Erstklassige Atmosphäre
Wunderschönes Leveldesign
Tolle Präsentation
Wundervolles Sounddesign
Negativ
Kleinere teschnische Probleme
9
Hervorragend