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Zombie Army VR: im Test (PSVR2)

Mit Zombie Army VR wagt sich die beliebte Koop-Shooter-Reihe erstmals in die virtuelle Realität und lässt Spielende wortwörtlich in die Stiefel eines Deadhunters treten. Die Mission: Nazi-Zombies zurück in den Abgrund prügeln und das mitten im zerstörten Europa. Ob der blutige Ausflug in die VR auf der PlayStation VR2 technisch und spielerisch überzeugen kann, verraten wir euch natürlich komplett spoilerfrei in unserem Test.

Zombie Army VR spielt zeitlich vor den Ereignissen von Zombie Army 4 und wirft uns mitten hinein in ein alternatives Europa des Jahres 1945. Der Krieg scheint vorbei, doch das wahre Grauen beginnt erst, denn die Untoten marschieren weiter. Als Totenjäger folgen wir dem Ruf von Hermann Wolff, dem legendären Anführer unserer Einheit, der auf der Suche nach seiner verschwundenen Familie ist.

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Was folgt, ist eine Geschichte voller okkulter Dinge, fauliger Geheimnisse und untoter Kriegsverbrecher, die nicht ruhen, bis Europa endgültig gefallen ist. Erzählt wird das Geschehen hauptsächlich in den Ladebildschirmen mittels Funk und durch die Spielumgebung selbst. Die Story bleibt eher Beiwerk, dient aber als atmosphärische Kulisse für das, worauf es Zombie Army VR wirklich anlegt: intensives Gameplay in VR. Die Handlung ist zwar nicht besonders komplex, aber stilvoll inszeniert und trägt den typischen Rebellion-Charme. Düster, kompromisslos und mit einer ordentlichen Prise Trash, die Fans der Reihe lieben werden.

Achtung Horde!

Zombie Army VR möchte sich als ernstzunehmender VR-Zombie Shooter etablieren und macht dabei einiges richtig. Als Totenjäger kämpfen wir uns durch verwinkelte Kriegsbunker, verlassene Städte und düstere Katakomben, stets auf der Hut vor den unaufhaltsamen Horden der Untoten. Die Atmosphäre ist dicht, die Dunkelheit greifbar und die Gefahr allgegenwärtig. Ausgestattet mit bis zu drei frei wählbaren Waffen, die wir physisch am Körper tragen (z. B. im Waffengürtel oder auf dem Rücken), beginnt unsere Mission: Zielen, nachladen, durchatmen – und überleben.

Besonders gelungen ist das haptische Feedback beim Nachladen und Schießen, das für echtes Mittendrin-Gefühl sorgt. Der Wechsel zwischen Fernkampf und improvisierten Nahkampfattacken mit Nahkampfwaffen, die wir finden, verleiht dem Spiel zusätzlichen Nervenkitzel. In engen Tunneln, wo jeder Schuss zählt und jeder Schatten zur Gefahr wird, entfaltet Zombie Army VR seinen ganz eigenen Reiz und zeigt, wie intensiv sich klassische Shooter-Formeln in die VR übersetzen lassen.

Zombie Army VR sieht insgesamt solide, aber nicht spektakulär aus. Gegen Genregrößen wie Arizona Sunshine 2 kann es grafisch zwar nicht ganz mithalten, doch Rebellion hat das Beste aus der verfügbaren Hardware herausgeholt. Die Level sind atmosphärisch, die Lichtstimmung passt, und auch die Gegnerdesigns wissen zu gefallen, wenn auch mit ein paar Abstrichen bei der Detailtiefe.

Das Highlight ist eindeutig das Waffenhandling. Die Steuerung fühlt sich präzise an, jeder Schuss geht sauber von der Hand, das Zielen über Kimme und Korn funktioniert gut, besonders in VR ein entscheidender Faktor. Doch nicht alles läuft reibungslos: Gerade die ikonische Scharfschützengewehr-Mechanik, ein Aushängeschild der Reihe, kommt in der VR-Umsetzung nicht ganz so überzeugend daher. Das Nachladen ist zu langsam und fühlt sich etwas hakelig an, die Munitionskapazität ist zudem deutlich zu gering, was besonders auf höheren Schwierigkeitsgraden in hektischen Momenten schnell frustrierend werden kann.

Frust statt Feingefühl

Im Koop-Modus von Zombie Army VR zeigt sich leider auch die größte Schwäche des Spiels: das unausgeglichene Balancing, besonders auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad. Immer wieder werden Spielende in klassische Wellenkämpfe gegen Zombiehorden geschickt. An sich kein Problem, doch die Art und Weise, wie diese Gefechte ablaufen, sorgt teils für echten Frust. Die Verteilung der Munition ist problematisch. Häufig finden sich in den Kisten überwiegend Scharfschützen-Munition. Gerade mit der Sniper, die ohnehin schon behäbig und wenig präzise reagiert, eine echte Herausforderung.

Währenddessen spawnen die Zombies scheinbar endlos, wodurch das Gefühl entsteht, gegen eine Wand aus Fleisch anzurennen und nicht gegen eine clever designte Spielphase. Zusätzlich wurde mit einem der letzten Patches das Munitionssystem „verschärft“. Statt eines vollen Magazins beim Einsammeln erhält man nur noch wenige Schuss (z. B. drei Kugeln), was gerade in hektischen Situationen völlig unzureichend ist. Noch ärgerlicher: Manchmal werden die falschen Waffen aufgefüllt oder die Munitionsdrops verbuggen komplett, sodass man mit leeren Taschen durch eine Übermacht an Untoten stolpert. Was eigentlich ein Highlight im Koop hätte sein können, wird so leider viel zu oft zum Geduldsspiel mit fragwürdigen Designentscheidungen, die dringend nachgebessert werden sollten.

Im Solo-Modus lassen sich die Zombiehorden noch recht gut kontrollieren, auch weil der Spielfluss besser auf eine Person abgestimmt scheint. Anders sieht es im Koop-Modus aus, der zwar eigentlich für gemeinsame Action-Momente sorgen soll, aber durch mehrere Design- und Technikschwächen schnell zur Geduldsprobe wird. Ein zentrales Problem sind die überlangen Arena-Kämpfe, in denen Wellen um Wellen an Untoten auf einen einstürmen. Was zunächst spannend klingt, wird schnell ermüdend. Nach spätestens zwei Missionen sinkt die Motivation, weiterzuspielen. Leider ist das nicht das größte Ärgernis.

Denn: Immer wieder kommt es im Koop-Modus zu Netzwerkfehlern, durch die man komplett aus der Sitzung fliegt, und das ohne Vorwarnung! Der größte Frustfaktor: Der gesamte Spielfortschritt geht verloren. Kein Checkpoint, kein automatischer Speicherstand. Alles, was man sich in langen Kämpfen erarbeitet hat, ist weg. Besonders bitter, wenn man sich gerade durch eine zähe Arena-Sektion gekämpft hat. Unsere stabile Internetverbindung war nicht die Ursache. Andere Multiplayer-Titel liefen gleichzeitig problemlos. Das macht den technischen Zustand des Koop-Modus umso enttäuschender. Aktuell bleibt uns leider nur die Empfehlung: Wer sich Frust ersparen möchte, sollte vorerst im Solo-Modus spielen, bis Rebellion hier nachgebessert hat.

Fazit

Zombie Army VR hat das Potenzial, ein spannender Koop-Shooter in der virtuellen Realität zu sein und macht vor allem im Solo-Modus vieles richtig. Das präzise Waffen-Handling, das immersive Setting und die typisch düstere Rebellion-Atmosphäre sorgen für intensive Gefechte gegen die untoten Horden. Die Kampagne ist stimmungsvoll inszeniert, das Treffer-Feedback gelungen, und die VR-Umsetzung bringt einen echten Mehrwert für die Reihe.

Allerdings trüben einige technische und spielerische Schwächen das Gesamtbild, insbesondere im Koop-Modus! Zu lange Arenakämpfe, unfaire Munitionierung, Balancing-Probleme und häufige Verbindungsabbrüche mit Verlust des Fortschritts sind echte Spielspaß-Killer. Auch grafisch bleibt das Spiel hinter Genregrößen zurück, ohne dabei schlecht auszusehen. Wer allein auf Zombiejagd geht, bekommt einen soliden, stellenweise packenden VR-Shooter mit typischem B-Movie-Charme. Koop-Fans hingegen sollten auf Patches hoffen oder vorerst die Finger davon lassen.

Zombie Army VR
Fazit
Zombie Army VR hat das Potenzial, ein spannender Koop-Shooter in der virtuellen Realität zu sein und macht vor allem im Solo-Modus vieles richtig. Allerdings trüben einige technische und spielerische Schwächen das Gesamtbild, insbesondere im Koop-Modus! Zu lange Arenakämpfe, unfaire Munitionierung, Balancing-Probleme und häufige Verbindungsabbrüche mit Verlust des Fortschritts sind echte Spielspaß-Killer.
Positiv
Gutes Setting
Präzises und immersives Waffen Handling
Koop Modus grundsätzlich vorhanden
Negativ
Technische Probleme im Koop
Unausgewogenes Balancing auf schwer
Munitionssystem wirkt unausgereift
Sniper-Handling zu träge
Optisch nur Durchschnittlich
Arenakämpfe im Koop zu langatmig
5
Durchschnittlich
Hey, ich bin Pascal - 27 Jahre alt und Gründer von Hinsusta. Ich bin für alle Bereiche auf der Webseite zuständig. Mein Schwerpunkt liegt allerdings auf Reviews und News rund um das Thema Current-Gen.