Mit Duskfade liefert das spanische Indie-Studio Weird Beluga (bekannt durch Clid the Snail) zusammen mit Publisher Fireshine Games eine echte Liebeserklärung an die 3D-Action-Plattformer der PS2-Ära ab. Das Spiel schickt uns in eine stimmungsvolle Clockpunk-Welt, in der die Zeit selbst aus den Fugen geraten ist. Ob das nostalgische Abenteuer auch spielerisch überzeugen kann, erfahrt ihr in unserem Test.
In Duskfade schlüpfen wir in die Rolle des jungen Zirian, dessen Schwester Allira durch ein mysteriöses Ereignis aus Tearfeld verschwunden ist. Gleichzeitig sind gefährliche Kreaturen in der Welt erschienen. Um das Gefüge der Zeit wiederherzustellen, müssen wir alle Ketten des Uhrenturms zerstören. Begleitet werden wir dabei von Kucku, einem sprechenden Kuckucksuhr-Vogel, der im Verlauf des Spiels immer wieder Geschichten erzählt und dem Abenteuer eine charmante Note verleiht. Auf die Story gehen wir an dieser Stelle nicht weiter ein, denn Duskfade lebt vor allem von seinem Gameplay – und genau darauf konzentrieren wir uns im Test.
Zurück in die PS2-Ära
Das Movement von Duskfade erinnert sofort an klassische 3D-Action-Plattformer, wie man sie vor allem aus PS2-Zeiten kennt. Meine ersten Assoziationen waren Kingdom Hearts und Jak and Daxter. Beide zählen zu meinen absoluten Lieblingsspielen aus früheren Zeiten und genau dieses Gefühl fängt Duskfade erstaunlich gut ein.

Im Verlauf des Spiels schalten wir nach und nach verschiedene Fähigkeiten frei, die wir zu Kosten unserer Zeitenergie einsetzen können. Dazu gehören ein Kletterhaken, ein Wandsprung, Doppelsprünge und Ausweichrollen, die praktischerweise auch in der Luft funktionieren. Mit jedem neuen Werkzeug wird das Movement flüssiger und die Level lassen sich kreativer durchqueren. Ich empfehle definitiv, Duskfade mit einem Controller zu spielen. So fühlen sich das Plattforming und das Kämpfen deutlich präziser und angenehmer an.
Kämpfen im Takt der Zeit
Auch im Kampf dreht sich alles um das Thema Zeit. Weichen wir einem Angriff im perfekten Moment aus, verlangsamt sich die Zeit kurzzeitig und wir können einen Konterangriff ausführen. Die meisten Gegner sind mit ein paar Schlägen erledigt, wodurch die Kämpfe angenehm flott bleiben. Abgeschossene Kugeln von Gegnern können wir zudem mit dem Schwert abblocken und direkt auf sie zurücklenken – ein simples, aber befriedigendes Feature.

Ganz rund läuft es allerdings nicht: Insgesamt fühlt sich das Kampfsystem nicht immer ganz smooth an, vor allem zu Beginn wirkt es noch etwas eingeschränkt. Durch die freischaltbaren Upgrades wird es im Spielverlauf aber deutlich angenehmer. Im Laden des Reisenden können wir uns mit gesammelten Splittern neue Verbesserungen kaufen – so lässt sich beispielsweise der Konterangriff nach einem perfekten Ausweichen freischalten oder die Fähigkeit, dass Kucku selbst Gegner angreift.
Eine Clockpunk-Welt, die zum Erkunden einlädt
Die Welten von Duskfade haben mehr zu bieten, als man vielleicht ursprünglich denkt, und sehen dabei herrlich abwechslungsreich aus. Überall gibt es verwinkelte Pfade und versteckte Ecken, die zum Erkunden einladen. Etwas schade ist nur, dass am Ende der meisten Abzweigungen leider nur Splitter auf uns warten – hier hätte ich mir hin und wieder spannendere Belohnungen gewünscht.
Wer trotzdem fleißig sammelt, wird belohnt: Mit Uhrherzteilen erhöhen wir unsere Gesundheitsleiste, während Astrokernfragmente unsere Zeitenergie steigern. Für Komplettisten gibt es zudem viele Schnellreisepunkte, die sich hervorragend für das Backtracking nutzen lassen, um das Spiel auf 100 % zu meistern.

Sollten wir einmal nicht weiterwissen, können wir gegen verteilte Glocken im Level schlagen, die uns den Weg zum nächsten Ziel weisen. Trotzdem gab es Momente, in denen ich mir nicht sicher war, ob ich mich überhaupt noch auf dem Hauptpfad befinde – vor allem, weil einige Spielmechaniken zu dem Zeitpunkt noch nicht freigeschaltet waren und man daher vieles schlicht ignorieren musste.
Vier Schwierigkeitsgrade – aber nur einer lohnt sich wirklich
Duskfade bietet insgesamt vier Schwierigkeitsstufen. Meine klare Empfehlung ist hier Uhrmacher (Normal), denn alles darunter ist schlichtweg zu leicht und nimmt dem Kampfsystem seinen Reiz. Der höchste Schwierigkeitsgrad kann dagegen vor allem am Anfang, wenn man noch kaum Upgrades freigeschaltet hat, ganz schön frustrieren. Wer die Konter- und Ausweichmechaniken wirklich auskosten möchte, ohne dabei die Geduld zu verlieren, ist mit der normalen Stufe also am besten beraten.

Hübsche 4K-Optik mit einem unschönen Bug
Optisch macht Duskfade richtig was her: Die Level sind stimmig gestaltet und erstrahlen in 4K bei hoher Framerate ohne größere Einbrüche. Die abwechslungsreichen Umgebungen sind dabei das visuelle Highlight des Spiels. Einen unschönen Bug gibt es auf dem PC allerdings: Unter Windows muss der High-DPI-Modus manuell eingestellt werden, damit das Bild wirklich scharf dargestellt wird, sobald man eine Skalierung über 100 % verwendet. Wer sich also über ein leicht verwaschenes/unscharfes Bild wundert, sollte hier zuerst ansetzen.

Fazit
Duskfade ist ein wirklich gelungenes und spaßiges Spiel, das vor allem durch sein nostalgisches PS2-Feeling und die abwechslungsreiche Clockpunk-Welt überzeugt. Das Kampfsystem wirkt gerade zum Start noch etwas eingeschränkt, wird durch die freischaltbaren Upgrades aber spürbar besser. Mit einer Spielzeit von 12 bis 15 Stunden bietet das Abenteuer genau die richtige Länge, ohne sich zu ziehen. Für Fans alter 3D-Plattformer ist Duskfade super empfehlenswert.
Duskfade ist bereits für PC, PlayStation 5, Xbox Series X/S und Nintendo Switch 2 zum Kauf erhältlich.











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