Halloween: The Game

Mit Halloween: The Game bringen die Entwickler IllFonic und Gun Interactive einen Horrorklassiker von 1978 zurück auf PC und Konsole. Als wahrer Fan von klassischen Slashern war ich direkt neugierig und habe mich als Michael Myers durch Haddonfield gemetzelt, zumindest teilweise.

Als Michael Myers oder Bürger durch Haddonfield
In Halloween: The Game kann ich mich wahlweise als Michael Myers oder als Bürger durch den Storymodus oder die Multiplayer-Matches schlagen. So konnte ich im Multiplayer-modus auch in die Rolle von beispielsweise Laurie Strode schlüpfen und die andere Perspektive kennenlernen. Die Crossplay Unterstützung ist natürlich auch verfügbar.
​Spielerisch setzt die Solo-Kampagne vor allem auf Schleichelemente: Als Michael nutzen wir die Schatten, um unentdeckt zu bleiben, während verängstigte Bürger versuchen, die Polizei zu rufen oder sich gegen uns zur Wehr zu setzen.

Die Unreal Engine 5 haucht dem Klassiker neuen Glanz ein. Die Soundkulisse verschafft einem direkt Gänsehaut, sobald der originalgetreue Soundtrack einsetzt und auch im weiteren Spielverlauf beibehalten wird.

Träge Steuerung, störende Sequenzen und KI-Aussetzer
Die dichte Gruselstimmung hält leider nur kurz an, denn die Grenzen der Technik zeigen sich sehr schnell. Michael war noch nie der Schnellste, doch in Halloween: The Game wirkt er noch träger als ohnehin schon. Er bewegt sich zum Teil sehr sperrig, da täuschen auch sein „Blutdurst“ und ähnliche Perks nicht darüber hinweg.


​Zudem wird das Spiel sehr häufig durch Zwischensequenzen unterbrochen. Zwar wusste ich vorher, dass diese vorkommen würden, allerdings passieren sie so oft hintereinander, dass man immer wieder aus der Rolle gerissen wird. Besonders nervig ist es, wenn man sich gerade auf Jagd begibt: Nähert man sich unbewusst einem Triggerpunkt, startet direkt die nächste Sequenz. Manchmal möchte man den nächsten Bürger noch „anpinnen“ und nicht direkt in die nächste Sequenz gezwungen werden. Wir wollen schließlich die Punkte für versteckte Leichen, zerstörte Telefone und laute Gegenstände erhalten! Aber auch dort hakt es leider: Michael hat wirklich Probleme, diese kleinen Telefone zu zerschlagen. Immer wieder habe ich auf diese einprügeln müssen, ehe sie endlich zerstört waren – es zählt jeder Millimeter.
​Die KI der NPCs leistet sich unfreiwillig komische Ausetzer. Wenn ein Bürger minutenlang stur gegen eine Hauswand rennt, ist es vorbei mit dem Horror. Schlimmer sind jedoch die spielkritischen Bugs bei den Exekutionen: An manchen Stellen brechen die Tötungsanimationen einfach ab. Das Spiel glitcht, der NPC nutzt den Fehler aus und läuft einfach davon. Das hat mich sehr gefrustet, auch wenn es mich nicht davon abgehalten hat, es immer wieder zu versuchen.

Gamepad dringend empfohlen
Ein kleiner Tipp von mir: Lasst die Finger von Maus und Tastatur und schnappt euch euer Gamepad. Die Menüsteuerung am PC ist etwas unübersichtlich geraten und die Tastaturbelegung ist für mein Empfinden echt anstrengend. Ohne angeschlossenes Gamepad spielt sich die Jagd schlicht unbequem – hier entsteht das Gefühl, dass primär für Konsolen entwickelt wurde.


Fazit: Nur was für echte Myers-Enthusiasten?
Slasher-Fans werden die fantastische Film-Atmosphäre, den großartigen Soundtrack und den dicken Fanservice absolut lieben. Auch der Wechsel zwischen Michael und den Bürgern bringt frischen Wind rein.
​Auf der anderen Seite mindern träge Bewegungen, ein schnell eintönig werdender Spielablauf und nervige Animationsfehler bei der Menschenjagd im Solo-Modus den Spielspaß. PC-Spieler werden zudem durch eine hakelige Steuerung ausgebremst. Für hartgesottene Michael-Myers-Enthusiasten lohnt sich zwar ein Blick, als mächtiger Boogeyman fühlt man sich wegen der technischen Mängel jedoch zu selten.

Fazit
Atmosphärischer Slasher-Horror, der der Lizenz zwar treu bleibt, sich durch sein träges Gameplay, frustrierende Fehler bei den Kills und eine mangelhafte PC-Anpassung aber selbst ein Bein stellt.
Positiv
Extrem dichte, filmgetreue Halloween-Atmosphäre & Soundtrack
Sehr filmgetreue Szenen-Inszenierung & Kapitel-Struktur
Einzelspieler-Kampagne als Myers sowie Bürger-Option im Multiplayer
Hübsche Visuals (UE5) & Killer-Effekte (z. B. Blutdurst)
Negativ
Hoher Bug-Frust im Solo-Modus
Schnell eintöniger Gameplay-Loop als Killer
Träges Spielgefühl und zu langsame Bewegungen
Spielflussstörende Zwischensequenzen und Triggerpunkte
Unübersichtliche PC-Menüs und verwirrende Tastaturbelegung
5.5
Durchschnittlich
Moin, ich bin Patricia und spiele gerne Horror und Simulations Games.